METZINGEN. Bei seiner Neujahrsrede hatte Metzingens Oberbürgermeister Ulrich Fiedler klar gemacht, dass auch in 2019 der Bildungsbereich Priorität genießt. Die nächste Baustelle ist das »Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium. Vor allem der terrassenförmige Anbau mit den zwei Pavillons an das Hauptgebäude weist erheblichen Sanierungsbedarf aus. Elf Klassenzimmer sind dort untergebracht. 
Dass Handlungsbedarf besteht, ist nicht erst seit gestern bekannt. Schon im Jahr 2014 war vom Bonner Büro Biregio die Raumzuordnung untersucht worden. Jetzt wurde im Gemeinderat das weitere Vorgehen beraten.

Die Verwaltung schlug vor, um eine breite Auswahl an Entwürfen und alternative und gute Planungslösungen zu erhalten, einen Architektenwettbewerb durchzuführen. Die Schwierigkeit beim Projekt Neubau des naturwissenschaftlichen Trakts (NWT) liegt auf der Hand. Es handelt sich um keine Neubausituation »auf der grünen Wiese«, sondern um eine komplexe Bauaufgabe innerhalb eines gewachsenen Gebäudekomplexes. Besonders das Anbinden an das bestehende Hauptgebäude erfordert konstruktive Eingriffe, die erst nach Vorliegen eines Entwurfs und bei der weiteren Planung geklärt werden können. Dies betrifft nach Meinung von Bürgermeisterin Jacqueline Lohde den Umbau und die Sanierung des Hauptgebäudes, das vorübergehende Verlagern von Klassenzimmern und natürlich, dass der Schulbetrieb während des Baus weiterläuft. Sichergestellt ist laut Lohde, dass die Schule und die Stadt als Bauherrn während der Baumaßnahmen weiterhin mitwirken können. Das Raumprogramm sei mit der Schulleitung und den jeweiligen Fachbereichen sowie mit dem Oberschulamt abgestimmt.

So schnell wollte sich die CDU jedoch nicht mit einem Architektenwettbewerb anfreunden. Eckhart Ruopp meinte, dass die Erfahrungen der Stadt mit solchen Wettbewerben nicht die Besten seien. Schließlich habe dies die Stadt viel Geld gekostet. Widerspruch kam aus den eigenen Reihen: Reinhard Brandt, ehemals Rektor des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums betonte, dass die Schule in der Vergangenheit mit Architektenwettbewerben nicht schlecht gefahren sei. Schließlich votierte der Gemeinderat mehrheitlich für den Wettbewerb. Das Prozedere ist nun festgelegt. Im September erfolgt die Ausschreibung, das heißt vermutlich 2020 könnte der Neubau in Angriff genommen werden. Bis zum Schuljahr 2022/23 könnten die Schüler dann den so genannten NWT-Trakt dann beziehen.                                                                            –ber