Ausgewogen. Im Grunde genommen hätten wir erwartet, dass an einer Akademikerschmiede so viel Hirnschmalz vorhanden ist, um nicht nur mit Schmalz zu kochen. Doch offensichtlich, so vermuten wir mal, war das nicht der Fall. In der Mensa Morgenstelle sowie der Mensa Prinz Karl in Tübingen gibt es nämlich »ab sofort leicht bekömmliche und ernährungsphysiologisch ausgewogene Gerichte mit vielen frischen und gesunden Zutaten«. Und was gab es bislang? Wurden die Nachwuchs-Denker und die Elite etwa mit belastenden, fetttriefenden Speisen vollgestopft – nach dem Motto Hauptsache satt? Der Durchschnittsbürger in einem aufgeklärten Land erwartet doch genau das Gegenteil: genau hier, wo die Intelligenz zu greifen ist, muss doch auch das tägliche Brot der Kopfgesteuerten den modernen Erkenntnissen angepasst sein. Also leicht bekömmlich und ernährungsphysiologisch ausgewogen. Grade die Kaderschmiede sollte ja Vorbild auch in diesem Bereich sein. Schließlich werden die Bürger seit Jahren mit wissenschaftlichen Ernährungserkenntnissen zugeballert, wie sie sich denn bitte gesund zu ernähren haben. Na und jetzt das. Die Pressemitteilung des Studierendenwerks lässt nichts Gutes vermuten über die Verpflegung von Generationen von Studenten. Doch besser spät kommt die Erkenntnis als nie.
Titelverteidiger. Tübinger Team verteidigt Titel bei International Roman Law Moot Courtin Trier. Das ist ein Novum in der zehnjährigen Geschichte des Wettbewerbs. Philipp Haußer, Doreen Emde, Armin Hesselschwerdt und Svenja Haussmann sahen sich hohen Erwartungen ausgesetzt, hatte doch das Tübinger Team bereits beim Moot Court 2016 in Wien den ersten Platz geholt. Diesen Erwartungen wurden die Studierenden gerecht: Als Anwälte traten sie in einem fiktiven justinianischen Zivilprozess gegen Teams der Universitäten Athen, Cambridge, Liège, Neapel, Oxford, Wien und der gastgebenden Universität Trier an und hielten ihr Plädoyer in englischer Sprache: Sie konnten die Vorrunden gegen Athen, Neapel und Liège für sich entscheiden und zogen als Gruppenerste in das Halbfinale ein.
Wichtig waren dabei souveränes Auftreten und rhetorisches Geschick wie auch detaillierte Kenntnis der rechtlichen Probleme: Es ging unter anderem um den deutschen Lehrbuchklassiker der Trierer Weinversteigerung, das aktuelle Problem des sogenannten »shill bidding« bei Auktionen und den alten Konflikt zwischen dem erklärten letzten Willen einer Verstorbenen und der notwendigen Form eines Testaments.
Die juristischen Aspekte des Falles hatten die Studierenden im Rahmen der Vorbereitung ab Mitte Januar erarbeitet, das Auftreten vor Gericht bei Probeverhandlungen intensiv geübt - mit Begleitung durch die Teambetreuer Professor Thomas Finkenauer, M.A. (Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Römisches Recht und Europäisches Privatrecht) und Sebastian Schneider sowie ehemalige Moot Court-Teilnehmern als Proberichterinnen und Proberichtern.     –tw