Ausgespielt. Nein, das hätte nicht sein müssen! Oder hatte es so sein müssen? Ende September verlässt der künstlerische Leiter der Tübinger Kunsthalle, Holger Kube Ventura, den Tempel in der Nordstadt. Unüberbrückbare Differenzen mit dem früheren Kunsthallenchef und weiteren grauen Eminenz, Götz Adriani, sollen der Grund für die Demission gewesen sein, sagte Kube Ventura vorvergangene Woche. Und damit ist Tübingen nach der zweijährigen Umbauphase in einer verzwickten Lage: Sie muss wieder von vorne beginnen, die Einrichtung, die in der Verwaltung keinen Widerpart hat, steigt, um in der Fußballsprache zu sprechen, eine Klasse weiter ab. Schon bei der Eröffnung der Ausstellung »Kapitalströmung« hatte Kube Ventura durchblicken lassen, wie schwer es für ihn war, sich gegenüber der Vergangenheit (Adriani) zu behaupten. Dem Tagblatt zufolge soll bereits bei der Eröffnung der Ausstellung die Kündigung vorgelegen haben. Ob und wie es weitergeht, hängt vor allem davon ab, inwieweit sich die Stadt hinter den nächsten Leiter der Kunsthalle zu stellen bereit ist.

Vorausgeblickt. Den Bewohner der Tübinger Wanne im Norden der Stadt kann es eigentlich nur Recht sein: Dort, wo einst Schlecker seinen Laden hatte, soll nach Möglichkeit ein Stadtseniorentreff entstehen. Zwar müsste noch ein Mitnutzer gesucht werden, das ist für die Planer indes nicht das größte Problem.
Überwiegend ältere Menschen haben immer wieder beklagt, dass das Einkaufszentrum nicht barrierefrei erreicht werden kann. Zurzeit gibt es in Tübingen elf Stadtteiltreffs.

Eingemoost. Was Stuttgart kann, soll Tübingen auch können. Die Stadt trägt sich mit dem Gedanken, in der Mühlstraße eine Mooswand zu errichten, um Schadstoffe aus der Luft zu filtern. Vier Meter hoch und drei Meter breit soll das Drum sein, das der Berliner Hersteller »Green City Solution« liefern soll. Rund 30 000 Euro ist der Stadt die Einrichtung wert, die an der Schulbergseite aufgestellt werden soll. Das Regierungspräsidium als oberster Schadstoffwächter hält eine derartige Mooswand für »leicht positiv«.     –tw