Besetzung. Das war eigentlich zu erwarten. Während im Tal studentische Protestierer einen Hörsaal im Kupferbau besetzt hielten (Wohnraumbündnis aus Widerstand gegen mögliche Mietsteigerungen wegen des Cyber Valleys), haben rund 50 junge Leute von Freitag auf Samstag aus Tübingen in Halbhöhenlage ein über Jahre leer stehendes Haus besetzt und nach dem Konzert der »Ton Steine Scherben« dort auch gleich ein spätes privates Konzert veranstaltet. Lang hat die Besetzung nicht gedauert. Am Samstagmorgen standen zwei Polizeiwagen vorm Haus, und nach Zureden auch des Hauseigentümers aus Stuttgart zogen die jungen Menschen samt Bierkasten wieder ab.
Androhung. Das musste fast so kommen. Nachdem sich der Tübinger Gemeinderat nicht so recht entscheiden mochte, ob über den neuen Steg von der Keil-Straße zum Anlagensee (wir haben berichtet) nun nur Radfahrer gleiten oder diese mit Fußgängern die Fahrbahn teilen sollen, hat ein bejahrter ehemaliger CDU-Gemeidederat schon mal durchblicken lassen, dass er es sein wird, der trotz Geh-Verbots über den Steg wandeln werde. Das war zu erwarten gewesen.
Zugepackt. Man hätte es wohl nie erfahren, wenn Boris Palmer es nicht selbst auf Facebook kundgetan hätte. Auf dem Nachhauseweg nach einem langen Tag fiel dem Tübinger OB ein Fahrzeug auf dem Gehweg auf, dessen Motor lief, einfach so.
Der Besitzer war ganz woanders, wie sich nachher herausstellte am nahen Bankschalter. Es kam, wie es kommen musste. Palmer wies auf den Missstand hin, der Betroffene zeigte indes keine Einsicht.
Er quittierte den verbalen Verweis indes mit »höhnischem« Gelächter. Ordnungspolitiker Palmer seinerseits kündigte als oberste Polizeibehörde der Stadt eine Anzeige an. So kommentierte er seine Reaktion: »Wer gegen etwas verstößt und dann nicht wenigstens ein ‚Soll nicht mehr vorkommen’ über die Lippen bringt, muss diese Renitenz mit einem Bußgeld geahndet bekommen.«     –tw