Sperrung. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Die Landesstraße zwischen Unterjesingen und Wurmlingen soll für mehrere Wochen gesperrt werden, damit die Straßenbauer Durchlässe für Krötengetier schaffen können. Kosten der Maßnahme: rund 400 000 Euro. Dass dort auch Bäume gepflanzt werden sollen, um das Klima zu retten, ist noch nicht geplant.

Verpackungssteuer. Die Unistadt war schon immer ein gutes Pflaster für Gutachter. Jetzt soll eine Kanzlei ein weiteres Rechtsgutachten erstellen, ob Tübingen eine Verpackungssteuer erheben kann oder nicht. 
OB Boris Palmer hat schon mal durchblicken lassen, dass ein Gutachten gar nicht mehr nötig sei. Um weiteren Streit zu vermeiden, hat er eingelenkt. Vor dem 1. Juli 2020 wird es deswegen in Tübingen keine Verpackungssteuer geben. 

Stadtbahn. Der Worte sind eigentlich genug gewechselt. Der Verein »Pro-Regio-Stadtbahn« ist jetzt 20 Jahre alt und hat sich dem Nahverkehr in der Region Neckar-Alb verschrieben. Die Stimmung ist ganz offensichtlich gut, denn man spricht von »gleisfreundlichen Innenstädten, die mit dem Umland verbunden sein werden«. Dagegen nimmt sich die Nachricht eher bescheiden aus, dass die Planung der Regionalstadtbahn stockt, der Zweckverband Stellen nicht besetzen kann und für die Gomaringer Spange und dem Anschluss Nehren die Vorgaben vom Land fehlen.   

Auszeichnung. Der Tübinger Neurowissenschaftler Professor Martin Giese erhält einen »Synergy Grant« des Europäischen Forschungsrats. Gemeinsam mit Professor Rufin Vogels (KU Leuven) und Professorin Beatrice de Gelder (Universität Maastricht) wird er im Projekt »How body relevance drives brain organization« (RELEVANCE) erforschen, wie unser Gehirn Körpersprache für die nichtverbale Kommunikation analysiert.
 Der Forschungsrat fördert das Projekt für eine Laufzeit von fünf Jahren mit insgesamt acht Millionen Euro, davon sind rund 2,7 Millionen Euro für die Forschungsarbeit des Tübinger Teams vorgesehen. Die »Synergy Grants« gelten als die umfangreichsten und kompetitivsten Anträge im prestigereichen Förderprogramm des European Research Council (ERC). Die dort geförderten Projekte überschreiten die traditionellen Grenzen der Disziplinen: Unterstützt werden Teams aus zwei bis vier exzellenten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die ihr Projekt nur in dieser Zusammensetzung zum Erfolg führen können.                                                              -tw