Im Dunkeln. Dergleichen kommt einem eigentlich nur im eigenen Haushalt vor. Jetzt hat es auch die Werbegemeinschaft Tübingen erwischt. Die haben vor der Adventszeit ganz einfach vergessen, die Lichterketten in der Friedrich- und Karlstraße darauf zu testen, ob die Lampen auch tun. Taten es denn auch prompt nicht. Da der Schaden in diesem Jahr nicht mehr behoben werden kann, bleibt es dort abends ganz einfach dunkel.
Im Abseits. Da hat sich der Tübinger Gemeinderat abgestrampelt und versucht, den Fahrzeugverkehr in der Altstadt zu reduzieren. Jetzt reden die Handwerker, die von der Ausdünnung wesentlich betroffen sind, bereits von der »Büchse der Pandora«, die der Rat geöffnet habe. Für viele ist es kaum machbar, ihre Fahrzeuge an den normalen Parkplätzen abzustellen, für viele ist es sicher auch unzumutbar, das Handwerkszeug durch die Altstadt zu tragen. Dafür bekommen die Handwerker für die Zufahrt in die Fußgängerzonen immerhin etwas Buntes: Es gibt blaue, rote und grüne Karten. Wo ist dann das Problem?
In Uneinigkeit. Waren das noch Zeiten, als der Tübinger Kreistag den Haushalt ohne Gegenstimme verabschiedete. Nicht so in diesmal. Nicht nur die Kreisumlage wurde erhöht, die Grünen lehnten den Etat ab und die SPD enthielt sich der Stimme. Während die Grünen es ablehnten, dass der Kreis 2018 und 2019 jeweils zehn Millionen Euro Schulden für den Neubau aufnehmen will, waren die Sozialdemokraten enttäuscht darüber, dass so gut wie kein eigener Antrag eine Mehrheit gefunden hatte. –tw    

Glyphosat. Selber bin ich ja immer spät dran. Jetzt habe ich die Fliegenklatsche winterhalber weggeräumt, die da immer auf der Fensterbank bereitlag. Klar fällt einem auf, dass man sie den Sommer über fast nicht gebraucht hat gegen die lästigen Plagen. Das »Bienenhotel« auf dem Balkon, ein schönes Geschenk der Liebsten, blieb trotz »Bienenweide« davor - ungebucht. Die Falle für die Fruchtfliegen wurde heuer überhaupt gar nicht erst in Betrieb genommen. Wespen auf dem Zwetschgenkuchen? Kein wirkliches Problem. Es gibt da weniger von den Summern, kein Zweifel. In der Ökostadt Tübingen tut sich natürlich was, tut man natürlich was. Den Freunden aber, die mich für eine Anti-Glyphosat-Kampagne gewinnen wollten, habe ich erst mal abgesagt.
Der nun schon uralte »Unkraut«-Vernichter des amerikanischen Agrarchemie- und Saatgut-Giganten Monsanto (inzwischen Bayer) kann nicht das eigentliche Problem sein. Der tötet keine Insekten. Die gnadenlose landwirtschaftliche Monokultur schon eher. Für den Sprit vom Acker werden nicht erst seit der Energiewende vor allem Mais und Raps angebaut. Und die werden gedüngt und »geschützt«, was das Zeug hält.
Den Insekten, den Bodenbewohnern - und in der Folge den Vögeln - werden die einstigen Lebensräume zu unwirtlichen Monokultur-Wüsten. Aber Glyphosat, so gut es als Sinnbild taugt, ist wohl wichtiger für die in Brüssel ausgetragenen Koalitions-Intrigen zwischen geschäftsführenden Ministern von CSU und SPD als für Wohl und Wehe der Welt und unserer Gesundheit.     –mab