Alle Neune. Bei der Gemeinderatswahl am 26. Mai treten neun Listen mitsamt Kandidatinnen und Kandidaten an. 40 Sitze sind zu verteilen um die sich CDU, SPD, AL/Die Grünen, Tübinger Liste, Die Linke, FDP, Demokratie in Bewegung, Die Partei/Stammtisch »Unser Huhn« und AfD bewerben. Ulrich Narr, Leiter des städtischen Fachbereich Kommunales, hat in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass die Stimmen für die Gemeinderatswahl erst am Montag, 27. Mai, ausgezählt werden. Am Wahlabend werden die Stimmen für die Europawahl sowie die Ortschafts- und Kreisräte ausgezählt.

Geld für Graffiti. Vor einigen Wochen hat Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer eine Prämie von 2 500 Euro für Hinweise zur Ermittlung von Graffiti-Sprayern ausgesetzt. Die Informanten bekommen ihr Geld aber erst, wenn feststeht, dass die Hinweise auch gerichtlich verwertbar sind. Nun will die Stadt auch die Kosten für die Beseitigung der Sprühereien an Privathäusern zu 100 Prozent übernehmen. Rund 60 000 Euro sind dafür bereitgestellt. Bisher hat die Stadt nur die Hälfte der Kosten übernommen. Die Unterführung an der Steinlach wurde in kurzer Zeit schon drei Mal gereinigt, die umfangreichste Aktion kostete 15 000 Euro. Dabei stellt sich die Frage, ob das schnelle Beseitigen der Graffitis zum gewünschten Erfolg führt. Palmer hofft darauf, dass entschlossenes und rasches Handeln die Verursacher beeindrucken könne.

Zweifel sind angebracht. Auch wenn manche der Graffitis nicht besonders schön aussehen, sind sie doch Ausdruck einer Jugend-(Sub-)Kultur. Und sie werden sich nicht ganz verhindern lassen. Statt Sprayer, unter denen einige auch wirkliche Künstler sind, zu kriminalisieren, sollte die Stadt, das hat sie ja schon vorgemacht, weitere legale Flächen bereitstellen. An Orten, die wie die Steinlach-Unterführung ohnehin wenig attraktiv sind, sollte auf eine kostspielige Entfernung ganz verzichtet werden. Da ließe sich viel Geld sparen. Zudem wäre die Unterführung allein schon dadurch aufgewertet, wenn die Stadtreinigung dort öfter und regelmäßig Fuß- und Gehweg einer ausführlicheren Säuberung unterziehen würde.                                                                                                                                              –jos