• Einstieg in den Ausstieg. Die Kornhausstraße ist ab 1. März, zunächst auf zwei Monate befristet, frei für Fahrradfahrer, mit denen sich dann Fußgänger die Nutzung teilen müssen.
Im nächsten Schritt soll auch die Hirschgasse als Einbahnstraße ab der Kornhausstraße für Radler freigegeben werden. Die meisten Tübinger halten nichts davon, viele Händler, Gemeinderäte vor allem jedoch Bürger. Das Unverständnis ist groß, vor allem wegen der Vorgehensweise von Oberbürgermeister Boris Palmer.
Der Gemeinderat wird über den Beschluss in Kenntnis gesetzt, darf aber nicht mitbestimmen. Palmers Begründung: Dies sei eine verkehrsrechtliche Angelegenheit und deshalb durch die Gemeindeordnung geregelt. Der OB erachtet die Öffnung der Kornhausstraße zwischen der Krummen Brücke bis zur Hirschgasse als notwendig, damit die Achse in der unteren Altstadt zwischen Haag- bis Lustnauer Tor mit dem Fahrrad attraktiver wird.
Die Gegner halten dagegen: alternativ gäbe es andere Wege, die gastronomische Außenbewirtschaftung sei gefährdet, Kinder in der engen Straße erst recht. Ihr Hauptargument ist jedoch: Trotz des dann geltenden Schritttempos für Radler würde sich sowieso keiner daran halten. Denn: In der Kornhausstraße würde seit jeher gerast und gerüpelt, so wie in der gesamten Fußgängerzone im Innenstadtgebiet. Palmer will die Einhaltung der Regeln für den Radverkehr streng überwachen lassen. »Da gibt es kein Pardon«, sagte er. Bleibt abzuwarten, wie lange es dauert, bis die gesamte Innenstadt für Fahrräder freigegeben wird.


• Erste Reihe. Kein Wunder sitzen die Streber immer in der ersten Reihe. Schülerinnen und Schüler lernen nicht auf jedem Platz im Klassenzimmer gleich gut: Eine Tübinger Studie zeigt erstmals, dass Schülerinnen und Schüler mehr lernen, wenn sie nahe bei der Lehrkraft und nicht in der letzten Reihe des Klassenzimmers sitzen.
Das gilt für alle Schulkinder gleichermaßen und es gibt keinen stärkeren Effekt bei Kindern mit Schwierigkeiten bei der Selbstregulation von Aufmerksamkeit und Verhalten. Die Forscherinnen und Forscher der Graduiertenschule und des Forschungsnetzwerkes LEAD an der Universität Tübingen nutzten ein für die Studie eigens programmiertes virtuelles Klassenzimmer.
Alle Kinder erlebten darin mittels Virtual Reality (VR-) Brillen die exakt gleiche Unterrichtssituation: entweder von einem Sitzplatz nahe bei der Lehrkraft oder in der letzten Reihe.
Die Studie wurde in der Zeitschrift Learning and Instruction veröffentlicht.    –tw/jos