Kampf: Das Thema ist uralt und doch so jung – die ungleiche Bezahlung zwischen Männer und Frauen bei gleicher Arbeit bewegte die Gemüter schon in den 60-ern. Am deutlichsten bringt das der Film »We Wont Sex« rüber. Nie hätten die Frauen 1968 gedacht den riesen Ford-Konzern in die Knie zu zwingen und tatsächlich eine Lohnangleichung zu erzielen. Spontan kam es zum Internationalen Frauentag in Tübingen zu einer Protestaktion bei Siemens. Traditionell werden in den Betrieben der Region Frauencafés veranstaltet, bei denen die Frauen untereinander, aber auch zum Teil mit Männern über die Chancengleichheit diskutieren. Im Rahmen dessen kam die spontane Idee zu einer kurzen Protestkundgebung auf. Unter dem Motto »Zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf gehört auch ein sicherer Arbeitsplatz!« zogen die Frauen um die Mittagszeit vors Tor, um gegen die geplante Arbeitsplatzvernichtung zu demonstrieren. Der Konzern gab vor wenigen Wochen bekannt, am Standort in Tübingen 337 von rund 580 Arbeitsplätzen nach Tschechien verlagern zu wollen. Betriebsrätin Konstantina Saroglou unterstrich ihren Ärger und sagte: »Dieser Abbau trifft Frauen in einer besonderen Härte, denn Frauen müssen schon immer aufgrund ihres Geschlechts, sowohl bei der Karriere als auch beim Entgelt Abstriche hin nehmen.« Michael Bidmon (IG Metall) machte den Frauen Mut: »Etliche Arbeitskämpfe konnten nur mit der Standhaftigkeit der beteiligten Frauen geführt werden, weil sie länger durchhalten, wenn sie sich ein Ziel gesetzt haben, als so mancher Mann!« Vielleicht gibt’s ja ein Happy End wie damals in London. 

Belohnung. »Clever wickeln wird belohnt«: Neuer Infoflyer des Abfallwirtschaftsbetriebs mit interessantem Angebot für Familien, die waschbare Windeln nutzen. Denn schließlich gibt es dafür bares Geld. Stoffwindeln machen keinen Müll – und diese Abfallvermeidung wird belohnt. Gut neun Millionen Einwegwindeln werden jedes Jahr im Landkreis Tübingen verwendet und entsorgt, das sind etwa 2 000 Tonnen Abfall. Für Familien mit Wickelkind bedeutet das in der Regel einen größeren Mülleimer, denn alleine für die Windeln müssen 60 Liter zusätzliches Müll-Volumen in zwei Wochen gerechnet werden. Stoffwindeln machen keinen Müll, schonen die Umwelt und sind genauso einfach zu handhaben wie Einwegwindeln. Mittlerweile gibt es viele moderne Windelsysteme, bunt und mit schönen Mustern und sogar Windeln, die »mitwachsen«. Der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Tübingen belohnt seit vielen Jahren Eltern, die ihr Kind mit solchen Windeln wickeln und die damit einen Beitrag zur Müllvermeidung leisten, mit einem einmaligen Zuschuss in Höhe von 30 Euro.
Den Antrag für den Zuschuss findet man im Flyer »clever wickeln wird belohnt«, den der Abfallwirtschaftsbetrieb jetzt neu aufgelegt hat und der im Landratsamt, in den Rathäusern, bei allen Hebammen im Landkreis und bei Frauenärzten erhältlich ist. Darüber hinaus steht der Flyer zum Download auf der Internetseite des Abfallwirtschaftsbetriebs (www.abfall-kreis-tuebingen.de) zur Verfügung. Im Flyer findet man eine Übersicht über Geschäfte, die Stoffwindeln anbieten, Kontaktadressen von Stoffwindel-Beraterinnen und von speziellen Stoffwindel-Waschdiensten.     –tw
 
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