Prompt. Tübingens OB Boris Palmer ist auch da ein Mann der schnellen Reaktion: Kaum hat das Bundesverfassungsgericht darauf gedrängt, dass die Grundsteuer auf eine zeitgemäß justierte Basis gestellt werden muss, hat Palmer postwendend angeregt, die Berechnung der Grundsteuer drastisch zu vereinfachen. Er sieht nicht ein, dass künftig »ein Heer von Finanzbeamten zehn Jahre nichts anderes tut, als Gebäudewerte zu ermitteln«. Er fordert eine »einfache Vorschrift«, die alle Grundstücke in einem Monat bewertet. Sein Vorschlag: Grundstücksfläche mal Richtwert pro Quadratmeter in dem betreffenden Gebiet. Fertig!
Streit. Da soll einer nochmals durchblicken.Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KV) hat zehn Hautärzte vor Gericht zitiert, weil diese ihrer Ansicht nach bei der Abrechnung von Laserbehandlungen anders vorgegangen sind, als dies nach Meinung der Vereinigung berechtigt gewesen wäre. Streitpunkt ist, ob die einmalige Abrechnung die im Leben einmalige Behandlung umfasst und mehr nicht zulässt. Die KV steht mit ihrer restriktiven Haltung bundesweit aber allein da, Fachleute sagen, dass bei diesem Thema auch das Gericht überfordert ist. Deswegen wäre es vielleicht ganz geschickt, man würde sich auf diesem schwierigen Geläuf auf einen vernünftigen Weg einigen, als die Ärzte des Betrugs anzuklagen.
Schlägerei. Das hätte durchaus auch ins Auge gehen können, hätte darüber hinaus die Vorurteile bestätigt, dass Ausländer, unter ihnen wahrscheinlich überwiegend Flüchtlinge, die Sicherheit in der Stadt Tübingen erheblich beeinträchtigen. Am vorvergangenen Sonntag hatten sich junge Menschen in der Köstlinstraße ganz kräftig aneinander gerieben, so kräftig, dass die Polizei eingreifen musste. Nur wenige Tage später trafen ganz offensichtlich dieselben Menschen im Französischen Viertel erneut aufeinander. Diesmal allerdings, um sich auszusprechen, wie es hieß. Seltsamerweise hatte die erneut herbeigerufene Polizei unter den jungen Menschen eine Machete, Metallstangen und Schlagwerkzeuge sichergestellt. Auch wenn es dieses Mal nicht zu einer Auseinandersetzung kam, fällt es doch schwer zu glauben, dass man sich nur zur Aussprache treffen wollte. Die zwölf Personen werden sich sicher überlegen müssen, wie sie künftig verfahren wollen – die öffentliche Meinung wartet auf die Bestätigung.     –tw