Baulücken: Mit einem Brief hat sich Oberbürgermeister Boris Palmer an weitere Eigentümer von Baulücken in Tübingen gewandt. Darin kündigt er das »Baugebot« an, will heißen: Sie müssen innerhalb von zwei Jahren ein Baugesuch einreichen oder verkaufen. Bis zu Beginn der Sommerferien sollen alle betroffenen Grundstückseigentümer kontaktiert werden. In dem Schreiben informiert der OB darüber, dass er nötigenfalls den Paragraphen 176 Baugesetzbuch anwenden könne, der zum Bauen zwingt. Sonst drohe Zwangsverkauf. Was faktisch auf Enteignung hinausläuft. Doch irgendwie passt es nicht zusammen, dass die Verwaltung sich einerseits auf Baugebote beruft, also Bauen fordert, andererseits bei den Bauvorschriften immer bürokratischere Hürden aufstellt. So legt die Bauordnung akribisch die Anzahl von Geschossflächen und Grundflächen fest. Wenn die städtische Maßnahme erfolgreich und zügig durchgesetzt werden soll, müssen auch die Genehmigungsverfahren unbürokratischer abgewickelt werden. 

Vorrang für Räder: In Tübingen soll es künftig mehr blaue Radwege geben, das bestehende Radnetz wird erheblich erweitert. Die Verwaltung geht davon aus, dass dann mehr Autofahrer aufs Rad umsteigen werden. Auch der Landkreis ist schon involviert, um die Region mit Radschnellwegen an die Zentren anzubinden. Das Ergebnis einer beauftragten Machbarkeitsstudie gibt der Kreistag am 10. Juli bekannt. Die Radschnellwege sind vier Meter breit und haben Sicherheitsmarkierungen. Geplant sind bisher drei: einer von Tübingen nach Rottenburg, einer nach Hechingen und einer nach Reutlingen. 

Gastkünstler: Die Konzeptkünstlerin Morgan O«Hara wirkt als »Invited Artist« an der Uni Tübingen. Die US-Amerikanerin bietet für Studierende aller Fakultäten den Workshop »Life and Meaning« an. Mit dem Konzept »Invited Artist« lädt die Uni jährlich international renommierte und innovative  Künstler nach Tübingen, um Studierenden Einblick in die zeitgenössische Kunst unterschiedlicher Kulturkreise zu ermöglichen. Die Uni begrüßte O´Hara am Montag mit einem Empfang. Morgan O«Hara,  lebt heute in New York. Als Konzeptkünstlerin hat sie sich dem performativen Zeichnen und sozialer Praxis verschrieben.                        -jos/tw