Kopfnicken. Rottenburg hat zum Jahresende noch einmal vielAufmerksamkeit erreicht. Ganz unversehen ist in der Kirche im Weggental das sogenannte »Nicknegerle« wieder aufgetaucht. Die Figur, die jahrzehntelang an der Krippe sich mit mechanischem Nicken für eine Geldspende bedankte, hat nicht nur Kritiker wachgerufen. Inzwischen gibt es genügend Stimmen, die darauf verweisen, dass die Probleme der Zeit mehr Aufmerksamkeit beanspruchen sollten. Die Figur war vor acht Jahren nach Protesten von den Franziskaner-Patres verstaut worden.  

Schreibflut. Nachdem bekannt geworden war, dass die Stadt auf der sogenannten Franzosenwiese die Bebauung verdichten will (wir berichteten), tragen vor allem Gegner der geplanten Maßnahme eine umfangreiche öffentliche Auseinandersetzung aus. Vonseiten der Anwohner wird heftige Kritik daran geübt, dass die breiten Wiesen zwischen den Gebäuden bebaut und den bisherigen Bewohnern Sicht und Klima nimmt. »Nachverdichtung um jeden Preis« heißt es immer wieder und »überdimensionierte« Neubauten heißt es immer wieder. Da scheint das letzte Wort noch nicht gesprochen zu sein.

»Stand by«. So hatte niemand gerechnet. Nachdem die Tübinger Erstaufnahmestelle neben dem Landratsamt fertig war, wird der Komplex vorerst einmal nicht bezogen. Rund 250 Flüchtlinge hätten dort unterkommen, medizinisch betreut und registriert werden sollen. Da aber der Zustrom von Flüchtlingen durch die Sperrung der Balkanroute stark anchgelassen hat, fehlt der Erstaufnahmestelle schlicht das Personal. Als Zwischenunterbingung dient der Komplex auch nicht, weil das Land sich weigerte, dafür weitere 500 000 Euro zu investieren. Jetzt gilt die Einrichtung nur noch als »Stand by«. –tw