Abschleppen. Ruckzuck ist die Karre weg. Der Fall, der sich da auf einem Behindertenparkplatz hinter der Tübinger Poststraße abgespielt hat, wird sicher nicht der einzige sein: Ein eigentlich parkberechtigter Arztbesucher will sich zwar mit dem Mediziner abgesprochen, seinen Ausweis aber nicht hinter die Frontscheibe gelegt haben. Der Abschleppunternehmer scheint sozusagen patrouilliert und sofort zugeschlagen zu haben. Er beruft sich nun auf einen Auftrag des Hausverwalters und der auf eine Ermächtigung der Eigentümergemeinschaft.
Noch ist die Sache juristische Grauzone. Aber es riecht doch heftig nach einem »Geschäftsmodell«. Von da ist es nicht mehr weit zu den Stuttgarter Praktiken, wo windige Unternehmen Falschparkerautos ganz ohne Auftrag einfach mal aufluden. Und dann ist es auch nicht mehr weit zu Dachhaien, Nepp-Kaffeefahrten oder wucherteuren Pseudo-Medikamenten. Bevorzugte Ziele: vertrauensselige Alte. Am Ende der Reihe stehen dann die falschen Polizisten und Enkeltrickbetrüger.

Freiwillige. Gut, dass es die Feuerwehr gibt. Zu großen Teilen ist sie noch eine Freiwillige Feuerwehr. Aber die Rufe nach Professionalisierung werden lauter – auch intern. Erst am frühen Samstagmorgen um 6.31 Uhr rückte die Tübinger Wehr wieder zu einem Einsatz aus, einem Vollbrand im Gewann Rappenberghalde hinter dem Wasserkraftwerk. Ein früher Pferdestall stand lichterloh in Flammen. Da war nicht mehr viel zu machen.
15 000 Euro Schaden. Bei allen Problemen (Fehlalarmen etwa) und Mängeln (auswärtige Berufstätigkeit tagsüber) des Systems: Ein allmählicher Abschied von der Freiwilligen Feuerwehr, einem der traditionsreichsten Dienste am Gemeinwesen, an den Mitmenschen mit höchstem Einsatz – er würde einen hohen Preis kosten, nicht nur in Euro. Und er wäre nicht mehr rückgängig zu machen. So ähnlich wie beim Altpapier, wo auch ein funktionierendes System des Gemeinsinns »professionalisiert«« und faktisch ausgehöhlt wird. Nur ist die Feuerwehr in jeder Hinsicht noch um ein Vielfaches wichtiger.

Top 10. Als sie vor zehn Jahren im Depot-Areal aufmachte, war Tübingens erste Großdisco noch ein unglaublicher Hype - und bald ein heftiges Ärgernis: Lärm, sturztrunkene Nachtschwärmer, auch Anmache, Schlägereien, Scherben, Müll, ja verpinkelte und verkotete Vorgärten ... Es ist ruhiger geworden um das Top 10, wenn auch logischerweise nicht ganz. Die Partykultur – wochenends mindestens bis zum Morgengrauen – hat sich verändert, vielleicht mehr ins Private verlagert. Man brauche die Disco seit Facebook nicht mehr so als Treffpunkt, glaubt Betreiber Dirk Bamberger. –mab