Versäumt. Da hat die Junge Union Tübingen wahrhaftig in einer Wespennest gestochen. Die Stadt Tübingen hatte versäumt, Anträge zur Förderung ihrer Kitas zu stellen. Rund eine Million Euro wären das gewesen. Rüge der CDU-Jugend: »Schaffa, net schwätza«. Tübingens OB dazu: Er habe den Fehler bereits Anfang des Jahres eingeräumt, er versuche im Übrigen, die dadurch entstandenen Probleme zu lösen. Schaden sei bisher aber keiner entstanden. So qualifizierte ein Tübinger Mitbürger, der zufällig auch noch Grünen-Gemeinderatskandidat ist, die Rüge als »Sturm im Wasserglas«. Er wie auch andere Kandidaten haben in jüngster Zeit Laut gegeben, um auf sich aufmerksam zu machen. Das kann ja heiter werden. 

Verrannt. Das hatte gerade noch gefehlt. Der Tierschutzverein Tübingen, öfters im Visier der Kritik, muss sich einen neuen Vorstand suchen. Das Quartett, das bisher den Verein führte, hat den Bettel hingeworfen. Jetzt will die neue Bürgermeisterin Daniela Harsch einmal sichten, wie man den Verein wieder in ruhigeres Fahrwasser leiten kann. Wichtig scheint zu sein, dass ehrenamtliches und hauptamtliches Engagement sauber getrennt werden. Geplatzt. Das hätte sich der Tübinger OB so nicht träumen lassen. Nachdem alle Welt erfahren hatte, dass Boris Palmer Grundstücks- und Häuslesbesitzer zu einer hilfreichen Unterstützung des kommunalen Wohnungsmarkt heranziehen wollte, haben ihm CDU, Tübinger Liste und FDP die Gefolgschaft verweigert. Palmer wäre nicht Palmer, wenn er nicht doch vorstellig werden wollte. Er wird nun Briefe mit Texten in eigener Verantwortung an Tübinger Eigentümer schreiben. Palmer will einfach nicht verlieren (können).

Zeitreise. Das Stadtarchiv führt seine Vortragsreihe fort und widmet sich dem Konflikt zwischen dem Schwäbischen Bund und Herzog Ulrich im Jahr 1519. Zum Vortrag »Vor 500 Jahren: Eroberung Tübingens durch den Schwäbischen Bund« sind alle Interessierten eingeladen am Dienstag, 9. April , 19 Uhr, im Rathaus am Markt, 1. Stock, Ratssaal. Im Januar 1519 lösten ein Überfall auf die Freie Reichsstadt Reutlingen und Herzog Ulrichs gewaltsame Eingliederung der Stadt in das Herzogtum Württemberg einen Krieg aus. In seinem Vortrag illustriert der Landeshistoriker und ehemalige Kulturamtsleiter Professor Dr. Wilfried Setzler mit Bildern die Ursachen des Konflikts, seinen Verlauf und die Folgen.                                                                                                                                                                                              –tw