Protest gegen die Sperrung von Neckarbrücke und Mühlstraße kommt wie erwartet aus vielen Ecken der Unistadt. Nach dem Ortsbeirat Lustnau hat sich nun auch die Bürgerinitiative Weststadt zu Wort gemeldet. In einem offenen Brief an den Oberbürgermeister hält sie »die angesprochene Verfahrensweise, zu sperren, für richtig und zielführend«. Die Initiative glaubt aber, dass sich die »momentan sehr gereizte und aufgeregte Diskussion« versachlichen lasse, »wenn akzeptierte, qualitativ erhobene Zahlen auf dem Tisch liegen«. Dazu hat sie verschiedene Messpunkte ins Spiel gebracht. Wichtig für die Initiative: Die Westbahnhofstraße dürfe auf keinen Fall überlastet werden. Und grundsätzlich: »Wir sind beunruhigt und befremdet über das Verfahren und den Zeitpunkt der Sperrung.«
Ein Antrag der SPD-Fraktion will nun versuchen, mehr Ruhe in den Ablauf der Angelegenheit Neckarbrücke/Mühlstraße zu bringen. Sie hat nun durchgesetzt, dass sich Anfang September ein Gemeinderatsausschuss damit befassen muss. Dabei soll auch festgelegt werden, wann die Achse gesperrt wird. Man will auch Gewissheit über die Begleitumstände und Folgen »einer versuchsweisen« Sperrung erhalten. 
Die SPD widerspricht konsequenterweise der Aussage von OB Boris Palmer, Beteiligung in der Frage der Bekämpfung des Klimawechsels sei Zeitverlust. Über die Feinheiten, wie die Umgebung Palmers seine Aussage zu verstehen hat, wird dabei sicher auch gerungen werden.
Einen Spitzenplatz nimmt auch auf diesem Feld Tübingen ein. Nach Ermittlungen des Bundes der Steuerzahler werden 2019 in der Unistadt rund 1980 Euro an Nebenkosten berappt (160 Euro im Monat).  Die Grundsteuer mit 738, 69 Euro liegt einsam an der Spitze, beim Hebensatz liegt nur Freiburg höher (560 gegen 600 Prozent).                                  -tw