Tolle Truppe. Da hat das Tübinger THW schon eine tolle Truppe beieinander. Am verlängerten Fronleichnams-Wochenende gab es etwas neckarabwärts eine höchst realistische – die Unwetter hatten sich gerade erst verausgabt – viertägige Übung mit rund hundert Kameradinnen und Kameraden aus dem Ländle, aus Hessen und Bayern unter hiesiger Leitung: Die Wasserversorgung in Pliezhausen und Walddorfhäslach sollte nach Starkregen und Erdrutschen zusammengebrochen sein. Am Festplatz Pliezhausen stand das mobile Hauptquartier. Trübes Neckarwasser wurde dort und in Mittelstadt analysiert und aufbereitet. Droben in Rübgarten übte man an einer Quelle, der Druckleitung zum stillgelegten Hochbehälter-Wasserturm und in der dortigen Halle. Da waren die Logistiker aus Reutlingen mit dem Nachschub und der Versorgung beschäftigt. Als die Politiker und die Presse da waren, gab es Schweinefilet mit Pilzrahm und Spätzle. Nicht schlecht.

Zivis. Nicht nur beim Technischen Hilfswerk bei den Ortsverbänden in Tübingen und Ofterdingen fehlen sie beim Nachwuchs. Auch in den Unikliniken, beim Rettungsdienst und in den Altenheimen und an vielen Stellen mehr werden sie schmerzlich vermisst: die Zivis von einst. Wenn vom Pflegenotstand die Rede ist, darf das nicht vergessen werden. Der forsche Freiherr von Guttenberg – ja, der Plagiator aus Bayern! – hatte 2011 die Aussetzung der Wehrpflicht durchgesetzt und damit natürlich auch kurzerhand den Zivildienst abgeschafft. Die Bundesfreiwilligendienstler (»Bufdis«) können nicht ansatzweise auffangen, was die Zivis landauf, landab an meist engagierter Leistung aufgebracht haben. Das kann man überall in Tübingen hören, wo mal Zivis ihren Dienst taten.

Missbrauch. Üble Geschichte: Eine junge Frau in Begleitung ihrer Schwester und einer weiteren Jugendlichen soll in Tübingen den Rettungsdienst des Roten Kreuzes veräppelt haben. Der Alarm sei nur ein Test gewesen, habe sie gesagt, nachdem die Notärztin die vorgeblich Ohnmächtige wieder aufgepäppelt hatte. Für einen akuten Herzinfarkt-Fall musste das beschäftigte Notfall-Team Ersatz aus Rottenburg alarmieren.
Dass das Trio heftig betrunken gewesen sein soll und die Sache jetzt ein bisschen anders darstellt, macht nichts daran besser.
Der Missbrauch des Notrufs hat aber noch eine ganz andere Komponente: Immer häufiger wird der Rettungsdienst wegen irgendwelcher Zipperlein alarmiert. Das sind dann keine betrunkenen Gören, sondern normale, oft auch ältere Leute, die meinen, der Notarzt sei so ein Vertreter des Hausarztes mit Blaulicht und Tatütata.     –mab