Ampelunfall. Was der Grund dafür war, dass eine 75-jährige Autofahrerin an der Ampel in der Tübinger Weststadt in eine Gruppe Kinder fuhr, die bei Grün über die Ampel stürmten, muss wohl irgendwann ein Gericht klären. Wenn Alkohol und Medikamente ausscheiden, muss deshalb noch nicht gleich – jedenfalls nicht nur – über Altersgrenzen beim Autofahren gestritten werden. Ein Blackout, ein Abgelenktsein, eine folgenschwere Unaufmerksamkeit kann auch jüngeren Piloten unterlaufen – zumal mit der Gefahrenquelle Handy. Aber etwas viel Wichtigeres muss festgehalten werden: Das bedingungslose Verlassen auf technische Regelwerke wie Ampeln oder auf die Straßenverkehrsordnung sollte kleinen, mittleren und großen Kindern eher nicht beigebracht werden. Augen auf! Das System Mensch ist zwar fehlbar, aber auch gut dafür ausgestattet, anderer Leute oder Maschinen Fehler umsichtig auszubügeln. Darum wird es auch beim Thema »Autonomes Fahren« immer gehen – siehe den tödlichen Tesla-Unfall. Und gut übrigens, dass es keine bleibenden Schäden gab, und dass – noch vor dem Eintreffen der Notärztin – so schnell, so gut geholfen wurde. Die Hilfsbereitschaft der Menschen war ja bei dem vielleicht hitzebedingten Kollaps-Notfall auf der Neckarbrücke zumindest umstritten.

Traumtrocken. Wo dieser Traumsommer jetzt leider vorbei scheint, soll man ihn im Nachhinein doch auch einfach schön finden dürfen mit allen seinen Vor- und Nachteilen. (Auf den Härten droben hängen die Maisriesen Blätter und Kolben und bringen wohl deutlich weniger Biosprit-Ertrag.) Erinnert sich noch jemand an den Sommer davor? Der war ziemlich kalt und nass und so bescheiden, dass viele an der unaufhaltsamen Klimakatastrophe zu zweifeln begannen und allenthalben Rudi Carrell (»Wann gibt’s mal wieder...«) anstimmten. Die Landesnachrichten brachten vor ein paar Tagen und vor dem ersten Regen seit Langem die Spitzenmeldung, dass es landesweit keinerlei Probleme mit der Trinkwasserversorgung gebe. Das ist ungefähr so interessant wie die Nachricht, dass es Boris Palmer trotz der Hitze jeden Arbeitstag problemlos ins Tübinger Rathaus geschafft habe. Den nachtaus, nachtein Feierwütigen zwischen Schimpfeck, Neckartor, Bügeleisen und Haagtor hingegen hätten manche freilich spätestens um Mitternacht mal ein Donnerwetter mit anständigem nächtlichen Landregen gegönnt. Aber das Wetter macht auch mitten im Klimawandel, was es will.

Ausfall. Noch schlimmer wäre ein Stromausfall von dieser Dauer gewesen. Nach dem Bohrungs-Missgeschick vergangenen Donnerstag beim Schwärzloch hatten die Stadtwerke den Strom aber schon nach zwölf Minuten per Überbrückung wieder auf den Leitungen. Klasse Leistung! Doch rund 6 500 Internet-, Telefon- und Kabelfernsehanschlüsse blieben gut anderthalb Tage lang tot. Da half auch der fieberhafte Einsatz der Schaffer durch die ganze Nacht hindurch nicht gleich. Bei so was merkt man, wie anfällig das ganze System ist, und wie sehr alle davon abhängen.     –mab