Nachschuss. Auch das kommt vor. Nachdem die Stadt Tübingen beim Bau ihrer Sporthalle die Kosten hat halten können, sind diese ihr bei dem momentan teuersten Projekt, dem Neubau des Technischen Rathauses aus dem Ruder gelaufen. Mit rund 20 Millionen Euro hatte man gerechnet. War man ohnehin schon zwei Millionen drüber, so steht zu erwarten, dass noch einmal drei Millionen Euro hinzukommen. Brandschutzauflagen, Planungsänderungen und sonstige Kostensteigerungen – der Gründe gibt es viele, und wahrscheinlich auch die Einsicht, dass man das berappen muss. Achtung: Hoffentlich kommt keiner auf die Idee, an anderer Stelle zu sparen. Das hilft nicht weiter, ist im Übrigen auch billig, wenn man ein so großes Bauvolumen stemmt.
Überbrückung. Das kommt doch alles zusammen. Wochenlang sind die Fahrbahnen der Wilhelmstraße wegen Kanalarbeiten verengt, jetzt kommt noch die Gartenstraße am nördlichen Ende hinzu. Das Bauwerk ist ganz einfach kaputt, muss also erneuert werden. Das ginge an sich noch. Doch für den Verkehr geht unweit von Egeria an dem Übergang ein Jahr gar nichts. Es wird keine Behelfsbrücke geben. Der Trost: Die Stadt richtet eine Buslinie zum Egeriaplatz ein.
Entscheidung. Das ist wieder ein echter Palmer. Hatte der Gemeinderat vergangene Woche noch Palmer Pläne, über einen Bürgerentscheid über die Bebauung neuer Gebiete entscheiden zulassen, so will der OB jetzt 4 000 Bürger in einer Umfrage darüber befinden lassen, wie sie sich zur Zukunft der Stadt stellen wollen. Ganz gleich, wie man zu der Grundsatzfrage steht, Palmer will einfach nicht verlieren. Vielleicht kann er es auch nicht.
Übernommen. Seit 1.Februar 2016 hatte Ellen Klaiber die Geschäftsführung des Jobcenters Landkreis Tübingen kommissarisch übernommen, da ihre Vorgängerin, die seit März 2012 die Leitung des Jobcenters innehatte, zunächst befristet für 12 Monate eine neue Aufgabe in der Regionaldirektion Baden-Württemberg übernahm. Da der Wechsel in die Regionaldirektion nun auf Dauer erfolgt, konnte Klaiber für fünf Jahre als Geschäftsführerin berufen werden. Sowohl das Landratsamt Tübingen als auch die Agentur für Arbeit Reutlingen als Träger der Grundsicherung sind davon überzeugt, das Jobcenter Landkreis Tübingen in gute Hände zu übergeben. »Ich habe vor einem Jahr nicht gezögert diese spannende Aufgabe anzunehmen und heute ist es mein Wunsch, die begonnene Arbeit fortzusetzen. Langzeitarbeitslosen Menschen bei guten Arbeitsmarktbedingungen eine Perspektive auf Arbeit zu ermöglichen, Ungelernte zu qualifizieren und den geflüchteten Menschen den Weg zur Integration zu ebnen, dazu möchte ich gemeinsam mit unseren Netzwerkpartnern einen Beitrag leisten«, so Ellen Klaiber. Die Tübingerin und studierte Diplom-Verwaltungswirtin war nach ihrem Studium in der Vermittlung und Beratung tätig und hat ihr Handwerk von Grund auf gelernt. Die Beratungskompetenz des Jobcenters auszubauen ist eines ihrer Ziele. »Ich freue mich auf die Möglichkeit, mit inzwischen über 100 engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an meiner Seite viel bewegen zu können.     –—tw