Konzertsaal. Ob bei der Umgestaltung des Europaplatzes und der Erweiterung des Anlagenparks für die Musikstadt Tübingen tatsächlich noch ein Konzertsaal oder »Kultursaal« mit abfällt, das steht doch eher noch himmelweit in den Sternen. Selbst wenn es noch vor der Sommerpause zu einem diesbezüglichen Grundsatzbeschluss des Gemeinderats kommen sollte, ist das noch nicht ausgemacht. Denn die irgendwie modische, aber auch irgendwie seltsame Klausel, dass als Bedingung 5 Millionen Euro an Spenden eingetrieben sein müssen, klingt nicht so überzeugend. Auch wenn Alt-Stadtrat Albrecht Kühn und seine Initiative »Ein Saal für Tübingen« hellauf begeistert sind. Da jubelt man von einem Abschiedsgeschenk der scheidenden Ersten Bürgermeisterin Christine Arbogast. Ein von den Musikfreunden schon seit Jahrzehnten herbeigesehnter Ergänzungs-Ersatz für den Festsaal den Neuen Aula ist nur vorstellbar, wenn da auch die Stadtspitze richtig Druck macht. Aber Boris Palmer, der sich kurz nach Amtsantritt so bescheiden-sympathisch als »kulturelle Blindschleiche« outete, hat eher andere Prioritäten. 
Mauersegler. Drüben in Lustnau gibt es keine, hört man. Aber hier, in unserem Innenhof im Französischen Viertel, da fliegen sie: die Mauersegler. Spät erst, Ende Mai, sind diese Wundervögel aus dem Süden zurückgekehrt. Sie verbringen, von ein bisschen Brutpflege abgesehen, ihr ganzes Leben im Flug, sogar den Schlaf hoch droben in der Nachtluft. Hier jagen sie um die Häuser, stoßen im Übermut und voll Lebenslust ihre spitzen hohen Schreie aus. Wahrscheinlich machen sie auch das im Fliegen, was der Brut vorausgeht. Schöner Gedanke... Warum das unbezweifelbare Insektensterben ausgerechnet in diesem Innenhof nicht so stattfindet wie auf den Glyphosat-geschwängerten Monokulturen von Raps und Mais, das darf ein Rätsel bleiben. Die Freude an diesen pfeilschnellen Sommer-Gesellen schmälert das nicht.
Feierlaune. Die Hupkonzerte, Autokorsi und sonstigen Jubelfeiern sind ja dank Jogis trübselig kickenden Jungs an uns vorübergegangen. Gefeiert wird sommers allerdings gewiss auch ohne Fußball und sonstige Märchen. Von allzu viel guter Laune wissen die Tübinger Anwohner von Neckarfront, Marktplatz oder Mühlstraße ein traurig-zorniges Lied zu singen. Aber täuscht der Eindruck, dass die großen organisierten Feste so ein klein wenig müder, ein bisschen langweiliger geworden sind? Ract im Anlagenpark, das Rottenburger Neckarfest, das Stocherkahnrennen, auch das Sommerfest... Das ist doch alles nicht mehr ganz so ein Riesending wie vor Jahren noch.    –mab