Zensur. Am Samstag tritt beim Sommer-Open-Air auf dem Eugen-Bolz-Platz in Rottenburg die umstrittene Hip-Hop-Gruppe »187 Straßenbande« auf. Die Musiker stehen in keinem guten Ruf: ihr sogenannter Gangsta Rap mit anstößigen und teils üblen Texten wird von vielen (zu Recht) abgelehnt. Auch die Gemeinderatsfraktionen der Stadt von CDU, SPD, Linken und Grünen sowie die Diözese distanzieren sich von dem Auftritt. Die Texte der Band seien beleidigend, gewaltverherrlichend und menschenverachtend, heißt es. Die Politiker beklagen, bei der Auswahl der Künstler keinerlei Mitspracherecht gehabt zu haben und fordern künftig ein »Mitwirkungsrecht des Gemeinderats bei der Verpflichtung von Musikgruppen«. Die Stadt Rottenburg ließ verlauten, dass es ihr nicht zustünde, eine Zensur zu betreiben. Darüber sollten auch die Gemeinderäte einmal nachdenken, wenn sie die subversive Musik einer Jugend-Subkultur schlichtweg verbieten wollen. 

Wichtig-unwichtig. Das präzise Zusammenspiel von Hirnschwingungen und Nervenzellen ist möglicherweise entscheidend für die verblüffende Fähigkeit unseres Gehirns, wichtige Informationen von Unwichtigem zu trennen, selbst wenn wir von Reizen überflutet werden. Wissenschaftler der Universität Tübingen konnten in Zusammenarbeit mit Kollegen der TU München durch Untersuchungen an Rhesusaffen zeigen, dass der genaue Zeitpunkt, an dem bestimmte Nervenzellen sich entladen, offenbar eine Schlüsselrolle dabei spielt, im Arbeitsgedächtnis »die Spreu vom Weizen zu trennen«. Die Ergebnisse erschienen im Fachmagazin Neuron. Am Arbeitsplatz, im Straßenverkehr oder inmitten einer Menschenmenge - wir alle sind tagtäglich immer wieder Situationen ausgesetzt, in denen wir mit einer Vielzahl von Reizen konfrontiert werden.
Trotzdem agieren wir in solchen Situationen zielgerichtet und sicher. Unser Arbeitsgedächtnis ist scheinbar mühelos in der Lage, relevante Informationen herauszufiltern und die übrigen, unwichtigen Reize nicht zu berücksichtigen. Um herauszufinden, was sich dabei im Gehirn abspielt, trainierten die Tübinger Forscher Rhesusaffen darauf, relevante Anzahlen, die sie sich kurzzeitig merken mussten, von störenden Anzahlen zu trennen. Während des Versuchs wurden die elektrischen Signale von Nervenzellen in der Großhirnrinde der Tiere mithilfe von Mikroelektroden gemessen.
Dabei beobachteten die Wissenschaftler, dass durch die gleichzeitige sogenannte von Nervenzellen großflächige oszillierende Schwankungen der elektrischen Hirnaktivität entstanden.
Als entscheidend erwiesen sich insbesondere Schwingungen im niedrigen Frequenzbereich, so genannte Theta-Wellen von vier bis zehn Schwingungen pro Sekunde. »Wir konnten beobachten, dass sowohl die relevante als auch die störende Information in diesem Theta-Frequenzbereich übertragen wurde«, sagt Professor Andreas Nieder vom Institut für Neurobiologie der Universität Tübingen.     –tw