Für die Wildschweine wird’s eng. Die Stadtverwaltung hat die Wildschweine im Käsenbachtal ins Visier genommen. Nachdem das Landratsamt erklärt hatte, nicht oder nur bedingt zuständig zu sein, geht sie nun waidmännisch gegen die Schwarzkittel vor. Zwei Jäger wurden beauftragt, die weitere Ausbreitung der Tiere zu verhindern und diese zu beschießen. Betroffen ist das Wohngebiet im Bereich des oberen Klinikums zwischen Sarchhalde, Käsenbach und Öhler. Die Jäger sind während der Nachtstunden auf der Pirsch und können die Wildschweine mit Nachtsichtgeräten ausmachen. Sie benutzen Schusswaffen mit Schalldämpfern und nur dort, wo es einen Kugelfang gibt, damit Menschen nicht gefährdet werden. Doch Vorsicht ist geboten: Vor wenigen Tagen ereignete sich im Kreis Bad Kreuznach ein dramatisches Unglück, als ein, laut Medienbericht, »sehr erfahrener Jäger« auf ein Wildschwein und einen Frischling geschossen hat und dabei eine 86-jährige Seniorin in ihrem Garten tödlich verletzte. Die Tübinger Wildschweine kommen aus dem Schönbuch auf private Grundstücke und richten teils erhebliche Schäden an. Vor Kurzem gründete sich die Bürgerinitiative »Keine Wildschweine in Wohngebieten«. Sie fordert Unterstützung von der Stadt etwa auch durch die Errichtung von Zäunen. Wann die Jäger ihren Einsatz beginnen, ist noch unklar. Die Stadtverwaltung will die Öffentlichkeit vorab informieren, die betroffenen Gebiete sollen dann gesperrt werden. Übrigens: Frischlinge, Überläufer, Bachen und Keiler dürfen im März und April nicht geschossen werden. -jos