Die Metzgergasse in Aufruhr. Eine Linde soll gefällt, dafür ein Spielplatz gebaut werden. Dagegen protestieren Anwohner. Ein Ladenbesitzer startete eine Postkartenaktion, mit der Unterschriften für den Erhalt des Baums gesammelt werden. Mehr als 1 250 sind es schon, gerichtet an den OB. Boris Palmer beruft sich auf einen Beschluss des Gemeinderats vor vier Jahren, in dem dieser für die Fällung der Linde grünes Licht gegeben hatte. »Ich bin nicht bereit, darüber jetzt nochmal zu diskutieren«, erklärt Palmer. Auf dem Platz in der Metzgergasse nahe eines Ladengeschäfts, des Künstlerbundes und eines Imbisses, stehen drei Bäume. Einer davon muss weg und einem Kinder-Spielplatz weichen mit einer Wasserpumpe, Bachrinnsal und Trampolin.
Palmer betont, dass die Entscheidung, die Linde zu beseitigen, gut abgewogen sei. Die Gegner führen unterschiedliche und sehr individuelle Argumente ins Feld: die einen finden die Linde einfach nur schön, andere schätzen ihre lichtkünstlerischen Potenziale, manche fürchten aufziehende Kahlheit. Schade, dass sie dabei nicht an die Kinder denken, denn für die kann es gar nicht genug innerstädtische Angebote geben, wo sie sich an der frischen Luft austoben können. Sollte man meinen. Aber wohin ideologisch geprägte Debatten führen, zeigen andere Tübinger Wohnviertel einprägsam. Zwei der drei Bäume bleiben übrigens stehen, sie spenden künftig den spielenden Kindern ausreichenden Schatten.                          –jos