Abzocken. Diese schäbigen bis schamlosen Tricks: Eine neue Variante ist das Abkassieren von parkenden Kunden bei Supermärkten. Auf klein gedruckten Tafeln wird man dort aufgefordert, eine Parkscheibe einzulegen, widrigenfalls eine Inkassofirma kommt und 70 oder 80 Euro eintreibt.
Schon laufen auf Parkdecks Gestalten rum, vornehmlich der deutschen Sprache nicht mächtig, und fotografieren Autos reihenweise ab. Die mögen das dürfen.
Die juristische Klärung der Methode ist noch im Schwange. Schäbig ist es trotzdem und sollte mit Kundenboykott beantwortet werden. Missbrauch lässt sich auch anständig verhindern: mit Nachtsperrung und Automaten, deren Scheine für zwei Einkaufsstunden an der Kasse auf kostenfrei gestempelt werden.

Weiberfasnet. Folgendes hat sich am vorigen Donnerstag, dem »schmutzigen«, in Tübingen zugetragen. Eine Frau will sich spontan die Haare schneiden lassen und sucht einen dieser Salons auf, wo das auch ohne Termin geht. Dort sagt man ihr, der männliche Friseur könne nur Herrenfrisuren schneiden, und Damenhaar werde an diesem Tag gar nicht frisiert. Im nächsten Salon hustete und schniefte die richtig kranke einzige Friseurin ihre Kundinnen an. Es habe keine Vertretung gegeben an diesem Tag. Die Haare der Frau blieben ungeschnitten. Weiberfasnet ist kein guter Tag für so was.

Abgevespert. Das sind ja wunderbare Einrichtungen, die Vesperkirchen allerorten. In Tübingen ist es die Martinsgemeinde, Frischlinstraße, die das gute Werk seit Jahr und Tag tut. Sie ist noch bis zum 24. Februar geöffnet. Auch die Tafeln haben immer viel Betrieb. In Tübingen, Katharinenstraße 29, ist der Laden im von der Straße abgewandten Hinterhof Parterre.
Wer Armut sehen will, muss hier schon genauer hinschauen. In Essen sah ich neulich, dass von 7 Uhr an Menschen an einer Tafel anstanden. Bis kurz vor der Öffnung zwei Stunden später war die Schlange wohl 40 Menschen lang. Die wenigsten wirkten sichtbar arm und bedürftig, gar abgerissen. Auch die verstohlenen Flaschensammler in Tübingen wollen nicht auffallen. Aber es sind viele.  –mab