Quo vadis Stadtarchiv? Die Bestände des Stadtarchivs sind auf mehrere Standorte im Stadtgebiet verteilt, die für die Unterbringung von Archivmaterial teilweise ungeeignet sind. Die Güterhalle als möglicher Standort komme nicht in Frage, teilte die Stadtverwaltung schon im vergangenen Jahr mit. Mittelfristig solle eine Alternative gesucht werden. Doch wie könnte die aussehen? Verschiedene Vorschläge kursieren derzeit: zwei Standorte beim Haagtor etwa, im Gespräch ist gar das bayerische Donauwörth, allerdings nur vorübergehend. Das Stadtarchiv benötigt eine Fläche von 1 000 Quadratmetern, Platz für 4 500 Regalmeter Archivalien, einen Benutzerraum, eine Präsenzbibliothek, in der die bis zu 2 000 wichtigsten Bücher zur Stadtgeschichte stehen und einen Raum, den Schüler nutzen können. Ein Neubau ist kurzfristig nicht in Sicht. Im noch gültigen Haushalt 2019 hatte die Stadtverwaltung sieben Millionen Euro für das Archiv eingeplant. In den kommenden Haushaltsberatungen entscheidet der Gemeinderat, ob er dem Vorschlag der Verwaltung folgt und das Projekt um einige Jahre schiebt, um in Ruhe planen zu können, oder ob stattdessen andere Projekte gestrichen werden sollen. Denn in der mehr als ausgelasteten Hochbauverwaltung gibt es keine Kapazitäten, um das Archiv zusätzlich zu bearbeiten. Für die Standortsuche und die Planungen brauche es Zeit, die man durch die Auslagerung von geeigneten, aktuell nicht bedeutenden Akten zu einem geeigneten Dienstleister bekomme, so die Verwaltung.
Fraglich allerdings ist, ob eine Auslagerung von Archivalien überhaupt den gesetzlichen Vorgaben entspricht. Denn das Archivgesetz des Landes Baden-Württemberg legt fest: »Die Gemeinden und Landkreise verwahren, erhalten und erschließen Unterlagen von bleibendem Wert (...) als Archivgut in eigenen Archiven.«                                         -jos