Geblitzt. Das hat noch gefehlt. Nachdem sich zahlreiche Gemeinden im Kreis Tübingen mit den wehrhaften Messtürmen zur Geschwindigkeitskontrolle bewaffnet haben, hat nun das Landratsamt bereits angekündigt, dass das, was jetzt so rumsteht und blitzt, noch nicht das Ende aller Kontrolle ist. So soll demnächst auch der Tunnel in Dußlingen von beiden Seiten mit einem Gerät ausgestattet werden, Gomaringen, Kirchentellinsfurt, Kusterdingen und Pfäffingen sollen folgen.
660 000 Euro will der Kreis investieren und immerhin kann man darauf verweisen, dass man immerhin 1,6 Millionen Euro einnimmt. Gut geblitzt möchte man meinen, vielleicht sollte man dem Autofahrer doch ermöglichen, dass er ein passfähiges Porträtfoto mit schießen kann.
Gefragt. Jetzt geht es in die nächste Runde. Die Stadtverwaltung Tübingen will jetzt in einer Stichprobe 5 000 Einwohner fragen, wo ihr Herz für ein neues Gewerbegebiet höher schlägt: in der Au oder in Derendingen. Wie bekannt, hatte sich OB Boris Palmer dafür eingesetzt, dass der Aubrunnen aufgelassen und das Gelände zum Teil für Gewerbe ausgewiesen wird. Dieser Absicht haben sich vor allem die Grünen vehement widersetzt. Die Mehrheit im Gemeinderat jedenfalls ist eher für die Au. Dem Palmer kann es eigentlich bloß recht sein.
Ausgebaut. Vor Jahren hätte man noch ganz anders argumentiert, die Prognosen haben auch sinkende Schülerzahlen vorausgesagt. Jetzt hat man auch beim Landratsamt festgestellt, dass die Wirklichkeit die Prognosen überholt hat: Die Schülerzahlen auch an den Berufsschulen steigen an. Schon im zurückliegenden Schuljahr waren es 200 Schüler mehr, jetzt werden an den vier Berufsschulen im Kreis nochmals 200 Schüler mehr erwartet.
Neurechts. Sonja Angelika Strube kommt im Rahmen des TEAching Equality-Programms zur Verbesserung der Chancengleichheit zwischen Wissenschaftlern an die Universität Tübingen. Zum Thema »Neurechtes Christentum« hat die Theologin PD Dr. Sonja Angelika Strube im aktuellen Wintersemester 2017/18 sowie im Sommersemester 2018 eine Gastprofessur an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen inne. Die Gastprofessur wird im Rahmen des TEAching Equality-Programms zur Förderung von Frauen in Fächern mit geringem Frauenanteil von der Universität Tübingen finanziert. Die Gastprofessur »Neurechtes Christentum« hat einen (nicht nur) in Deutschland auffälligen Sachverhalt zum Thema: Jenseits von Konfessionsgrenzen erstarken in bestimmten christlichen Milieus fremdenfeindliche Einstellungen und Überzeugungen, überhaupt eine gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit. Einige sich christlich verstehende Personen und Kreise engagieren sich für die Verteidigung ihrer Vorstellung eines christlichen Abendlandes in rechtspopulistischen und rechtsextremen Bewegungen und Strömungen, vor allem auch übers Internet. Diese Form des Christentums und dessen gesellschaftliche Präsenz wird Sonja Strube während ihrer Gastprofessur in Forschung und Lehre untersuchen. Die Wissenschaftlerin will die Studierenden auf die praktisch-seelsorglichen Herausforderungen durch Neurechts engagierte Christen, deren Zirkel und deren Medienpräsenz vorbereiten. Mithin stehen ausdrücklich frauenpolitische Themen auf der Agenda der Gastprofessorin. In der Katholischen Theologie war sie die erste Theologin, die zu dem Themenfeld »Rechtspopulismus und Christentum« Forschungsprojekte betreibt und Arbeiten veröffentlichte.     –tw