Schweinerei. Für die Medien sind Wildschweine ein ergiebiges Thema. Denn die Borstentiere sorgen das ganze Jahr über regelmäßig für Stoff und teils bizarre Geschichten. Wildschweine randalierten schon in Innenstädten, beschädigten Start- und Landebahnen von Flugplätzen, verursachten Unfälle und verwüsteten Friedhöfe.
Seit einiger Zeit hat auch die Uni-Stadt ein Wildschwein-Problem. Die Tiere tummeln sich in Gärten und machen Anpflanzungen platt. Betroffen sind unter anderem die Bereiche Öhlertal und Käsenbachtal.
Auf ein Ansuchen von Bewohnern, wie denn mit der Plage umzugehen sei, teilte die Tübinger Stadtverwaltung mit, dass in Wohngebieten ein Beschuss der Tiere nicht infrage komme. Stattdessen favorisiert die Behörde eine Wildzäunung, was aber noch geprüft werden muss und einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Davon unabhängig seien Gartenbesitzer ohnehin verpflichtet, ihr eigenes Grundstück einzuzäunen, so die Verwaltung. Aber es geht auch billiger. Denn durch die Bebauung der Sarchhalde durch das Tübinger Klinikum würde sich das Problem ganz von selbst erledigen. Mit dem Errichten mehrerer Hochhäuser wäre den Schwarzkitteln die Lebensgrundlage entzogen, Baulärm und Baustellenverkehr täten ein Übriges. 

Bunte Verteilerkästen. Anderenorts sind sie hin und wieder anzutreffen: bunt gestaltete Strom-Verteilerkästen, die dem Auge schmeicheln sollen. Ob Tübingen diese jetzt auch unbedingt nötig hat, wie von verschiedener Seite eingefordert, sei mal dahingestellt.
Die grauen haben’s auch getan und sich über Jahrzehnte unauffällig und bescheiden ins Stadtbild eingefügt. Schön wäre es sicher vor allem für Kinder, wenn sie einmal die Gelegenheit hätten, mit ihrem Kindergarten oder ihrer Schule gemeinsam einen Kasten frei nach ihren Vorstellungen kreativ zu gestalten. Aber flächendeckend an jeder Ecke? Und dann Erwachsene? Die sollten sich, wenn sie erkennbar etwas verändern wollen, besser anderen Aufgaben zuwenden.     –jos