Auszeichnung. »Beispielhaftes Bauen« für Transparenz und Offenheit: Um das Bewusstsein für die Baukultur im Alltag zu schärfen, lobt die Architektenkammer Baden-Württemberg alljährlich die Auszeichnung »Beispielhaftes Bauen« aus. Erklärtes Ziel des seit 30 Jahren bestehenden Wettbewerbs ist es: »… beispielhafte Architektur im konkreten Lebenszusammenhang aufzuspüren und Architekten und Bauherren für ihr gemeinsames Engagement auszuzeichnen.« Der Architekturpreis wird für Dorfplätze, Wohnhäuser und Industriebauten vergeben.

106 Objekte wurden 2017 eingereicht, 26 wurden von der Jury ausgezeichnet. In diesem Jahr erhielt die Tübinger Walter AG den begehrten Preis. Ausgezeichnet wurde das von den Tübinger Architekten Mathias Hähnig und Martin Gemmeke (Freie Architekten BDA) realisierte Walter Technology Center. Begründung der Jury: Der nach außen hin einfache, mit perforierten Metallplatten umschlossene Würfel des Gebäudes entpuppt sich im Inneren als Raum mit unterschiedlichen Ausformungen, angenehmen Durchblicken und sehr guten Außenbezügen.

Im Bereich der Konferenz- und Schulungsräume, ebenso wie bei der großzügigen Cafeteria, eröffnen breite Terrassen einen schönen Panorama-Ausblick zur Altstadt hin. Das Technologiezentrum wirkt licht, offen und nach außen gerichtet. Die Selbstverständlichkeit des Zusammenspiels aller Teile ist wohltuend unaufgeregt und schafft eine angenehme Arbeitsatmosphäre, so die Jury. Mit der Auszeichnung des Walter Technology Centers zeichnet die Architektenkammer Baden-Württemberg das ‚transparente’ und ‚offene’ Konzept aus, das bei diesem Gebäude gut umgesetzt ist.


Prestige.Tübinger Neurowissenschaftler sind an einem 65 Millionen Dollar schweren Programm zur genauen Kartierung des Gehirns beteiligt, das die National Institutes of Health (NIH) der USA ausrichten. Das NIH-geförderte Großprojekt BRAIN Initiative Cell Census Network (BICCN) will ein Nachschlagewerk in der Art eines Atlas vom Gehirn erstellen, das alle Zelltypen erfasst und in ihrer Genetik, dem Aussehen und ihrer Funktion beschreibt. Das Projekt, in dessen Verlauf mehrere Hunderttausend einzelne Zellen untersucht werden sollen, wird verschiedene neurowissenschaftliche Methoden einsetzen, um alle Zelltypen im Neocortex (ein Teil der Großhirnrinde) der Maus zu identifizieren.

Es soll als erster Schritt dienen, um anschließend die Zelltypen im wesentlich komplexeren Neocortex des Menschen zu kategorisieren. Der Neurowissenschaftler Dr. Philipp Berens vom Forschungsinstitut für Augenheilkunde der Universität Tübingen wird Verfahren aus der Bioinformatik und dem maschinellen Lernen beisteuern, um die verschiedenen gesammelten Datenarten zu integrieren. An dem prestigeträchtigen Projekt unter Führung des Allen Institute for Brain Science sind auch das Baylor College of Medicine, das California Institute of Technology, die Harvard University und die University of California in Berkeley beteiligt. Die Universität Tübingen ist neben dem Stockholmer Karolinska-Institut in Schweden der einzige Projektpartner in Europa und wird dafür im Verlauf von fünf Jahren etwa 700 000 Euro Förderung erhalten.