Sagenhaft. Otto-Normalverbraucher denkt beim bestandenen Führerschein, in erster Linie an mobile Unabhängigkeit. Doch weit gefehlt: In Reutlingen gibt es auch einen »Ofenführerschein«. Und der will erst einmal gemacht sein. Nun haben es 17 Personen geschafft und sind stolze Besitzer des »Reutlinger Ofenführerscheins«. Während der einzelnen Termine haben sie alles Wissenswerte über das Heizen mit Holz sowohl in der Theorie als auch in der Praxis gelernt. In Zusammenarbeit mit Haus & Grund Reutlingen, weiteren Partnern und Fachleuten, bietet die Stadt Reutlingen den thematisch breit gefächerten Lehrgang bereits im sechsten Jahr an. Der »Ofenführerschein« trägt dazu bei, dass die Holzverbrennung auch wirklich umweltfreundlich vonstattengeht und die Vorteile dieser Art zu Heizen nicht im Kamin verpuffen.

Darüber hinaus lernen die Kursteilnehmer den sicheren Umgang mit dem Brennstoff, bekommen die rechtlichen Grundlagen erklärt und erhalten Tipps, welche Heizung beziehungsweisewelcher Ofen der Richtige für sie ist. Die »Ofenführerscheininhaber« tragen so zum Klimaschutz bei, indem sie mit Hilfe ihres neugewonnenen Wissens den Ausstoß von Feinstaub in der Stadt reduzieren. So lassen sich auch ärgerliche Nachbarstreitigkeiten vermeiden, die aufgrund zu hoher Rauch- und Abgasbelastungen entstehen können heißt es in einer Pressemeldung. Im Winter 2018/2019 soll dieser Kurs wieder angeboten werden. Anmeldungen dafür werden bereits jetzt beim Klimaschutzmanager der Stadt Reutlingen Ralf Bültge-Bohla entgegengenommen. Telefon: 0 71 21/303 56 81. 


Unabhängige Medien wichtig: Wirbel um die Rundfunkgebühren. Die einen halten selbige für überflüssig - die anderen für völlig legitim. Die Schweizer hatten darüber sogar das Volk entscheiden lassen. Und die Eidgenossen waren sich einig: die Rundfunkgebühren bleiben. Auch die Wirtschaft in Baden-Württemberg bekennt sich zum dualen Rundfunksystem aus privaten und öffentlich-rechtlichen Medien. »Wir mahnen weiter Reformen bei den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten an. Eine Abschaffung steht aus unserer Sicht aber nicht zur Debatte«, sagt Dr. Wolfgang Epp, Hauptgeschäftsführer der in Medienfragen landesweit federführenden IHK Reutlingen. Die Entscheidung der Schweizer, ihren öffentlich-rechtlichen Rundfunk beizubehalten, hält Epp für richtig. »Für die mediale Grundversorgung der Gesellschaft braucht es private wie öffentlich-rechtliche Medien.« Beide Seiten müssen dabei ihre Chancen in der digitalen Transformation bekommen und zugleich einen Beitrag zu Meinungsvielfalt und Identitätsbildung auf lokaler wie regionaler Ebene leisten. »In Zeiten von Hate Speech und Fake News brauchen wir Medien, die unabhängig arbeiten können«, so Epp.


Der IHK-Hauptgeschäftsführer sieht gleichwohl neue Regierungsnotwendigkeiten in den Medien. »Die sozialen Netzwerke gewinnen auch bei uns bei der Meinungsbildung und -verbreitung immer weiter an Bedeutung. Ihre Rolle und ihr Einfluss müssen berücksichtigt werden.« Das gilt unter anderem für den Jugendschutz oder die Offenlegung von Algorithmen. Aus Sicht der Wirtschaft im Land muss das duale Rundfunksystem auch künftig angemessen finanziert werden. Beide Säulen brauchen Unterstützung bei der digitalen Transformation. In diesem Zuge müssen sich die öffentlich-rechtlichen Sender weiter reformieren. »Die Zahl der Programme ist nicht in Stein gemeißelt«, so Wolfgang Epp.