Derzeit geht »nix« in der Kanzleistraße. Die Umgestaltung der Kanzleistraße sollte eigentlich in vollem Gange sein, doch die Baufirma musste unverrichteter Dinge wieder abrücken: »Die Ursache für die Verzögerungen liegt klar im Untergrund«, bedauerte Andreas Eggs, Betriebsleiter Gas/Wasser, von der Fair-Netz GmbH kürzlich in der öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Bauen, Verkehr und Umwelt.

Am 10. April hatte die Fair-Netz GmbH mit dem Austausch der Versorgungsleitungen in der Rebental- und der Kanzleistraße begonnen. Ende Juni sollten diese Arbeiten beendet sein. »Wegen des hohen Passantenaufkommens in diesem Bereich hatten wir damit gerechnet, dass es eine schwierige Baumaßnahme würde«, so Andreas Eggs.

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Doch die eigentlichen Schwierigkeiten lauerten unter der Oberfläche: So ließ die angegriffene Bausubstanz eines angrenzenden Gebäudes den Einsatz von schwerem Gerät gar nicht zu, sodass die Kreativität der Planer gefordert war. Überdies sei im Untergrund ungewöhnlich viel Beton verarbeitet worden, der von Hand entfernt werden musste, ehe der Leitungsaustausch in Angriff genommen werden konnte.

Aber so ist das nun Mal am Bau, keiner kann vorab genau sagen, was sich unter manch einer Oberfläche tatsächlich verbirgt. Nun soll es frühestens am 21. August weitergehen. »Für unseren Zeitplan bedeutet das, dass die Bauarbeiten erst Anfang November abgeschlossen werden können«, berichtete der Amtsleiter. Die Umgestaltung der Kanzleistraße zwischen Marktplatz und Oberamteistraße ist im Mai vom Gemeinderat als Abschnitt 5C der Umsetzung des Gestaltungskonzepts »Straßen, Wege, Plätze - Altstadt« verabschiedet worden.

Neben einem neuen Belag nach dem Vorbild der Oberamteistraße soll die Mini-Shoppingmeile unter anderem eine ansprechende Beleuchtung und Sitzmöbel bekommen. Die Kosten belaufen sich auf 590 000 Euro, Zuschüsse von der Fair-Netz und aus der Städtebauförderung sind zugesagt, sodass sich der städtische Anteil auf rund 270 000 Euro belaufen wird.


Aussichtsturm auf dem Käpfle gesperrt. Wegen einer bautechnischen Überprüfung ist der Aussichtsturm auf dem Käpfle beim Hofgut Alteburg gesperrt. Die Beschaffenheit des Holzes und die Schraubverbindungen müssen untersucht werden. Sobald die Arbeiten abgeschlossen sind, wird der Holzturm, der seit 1974 auf dem 593 Meter hohen Käpfle steht, wieder für Besucher geöffnet. 
Neue Bildungsstätte: Die Werkstätten für Menschen mit Behinderung (WfbM) der Bruderhaus-Diakonie haben kürzlich offiziell ihr Bildungshaus in der Gustav-Werner-Straße in Reutlingen eröffnet. Wie in einer Berufsschule erhalten dort Menschen mit geistiger Behinderung oder psychischer Erkrankung den theoretischen Teil ihrer beruflichen Bildung. Praktisch ausgebildet werden sie in den Werkstätten oder auf sogenannten betriebsintegrierten Arbeits- und Ausbildungsplätzen in externen Unternehmen.


Wirtschaftsförderung, Handlungskonzept und freies W-LAN gefordert: Der Linke Arbeitskreis Kommunalpolitik der Linken Liste Reutlingen beschäftigte sich auf seiner jüngsten Sitzung unter anderem mit der Gemeinderatsvorlage »Handlungskonzept Innenstadt für die Wirtschaftsförderung«. Stadtrat Thomas Ziegler sprach an, dass darin künftig auch die attraktiven Reutlinger Kulturangebote Eingang finden sollten.

Zudem böten zahlreiche Plätze der Innenstadt das Potential, mit geringem Aufwand wie Sitzbänke, Spielmöglichkeiten für Kinder und die Aufenthaltsqualität in Reutlingen spürbar zu erhöhen. »Dafür sollte außerdem der Zugang zur Innenstadt durch Bus, Bahn, Fahrrad und Fußgänger erleichtert und belohnt werden«, ergänzte Stadträtin Jessica Tatti. Längst überfällig, weil schon längst realisierbar, so Rüdiger Weckmann, sei das öffentlich zugängliche und kostenlose W-LAN, für das die Verwaltung erst noch ein Konzept ausarbeiten will. W-LAN kann kostenlos über den Verein Freifunk bereit gestellt werden.