Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg für zwei Reutlinger. »Ich freue mich besonders, im siebzigsten Jahr unseres Grundgesetzes heute 18 Bürgerinnen und Bürger mit dem Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg auszuzeichnen, die den Geist dieses Gesetzes Tag für Tag leben. Denn die Demokratie braucht Demokraten – Menschen, die mitreden, mitmachen und die sich verantwortlich fühlen für unser  Miteinander. Diese Menschen wollen wir heute ehren«, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann am Samstag ,18. Mai im Schloss Mannheim anlässlich der Verleihung des Verdienstordens des Landes Baden-Württemberg. Zwei der Orden gingen nach Reutlingen. Barbara Bosch und Pavel Hoffmann wurden für ihre Leistungen geehrt. Reutlingens Ex-OB leitete 16 Jahre lang die Geschicke der Stadt. Dabei zählen unter anderem die Erneuerung der Altstadt und des Bürgerparks, sowie der Bau des Scheibengipfeltunnels zu den Großprojekten, die unter Boschs Obhut die Stadt vorangebracht haben. Mit dem Neubau der Stadthalle und dem erst kürzlich fertiggestellten Theaterneubau schuf sie Bleibendes.

Bosch hatte immer auch Familien, Kinder und Jugendliche sowie ältere Mitbürger im Blick. Zudem konnte unter ihrer Ägide Reutlingens Hausberg, die Achalm, in den Besitz der Stadt überführt werden. Als Oberbürgermeisterin engagierte sie sich für den Erhalt und die Stärkung der kommunalen Selbstverwaltung. Und als Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes setzte sie sich nach Kräften für das gesellschaftliche Miteinander ein.
Pavel Hoffmann erlebte als Kleinkind die Herrschaft der Nationalsozialisten in all ihrer Grau-samkeit: Mit vier Jahren wurde er 1943 zusammen mit seiner Mutter in das KZ Theresien-stadt deportiert, wo seine Mutter kurze Zeit später verstarb. Zwei Jahre lebte Pavel Hoffmann im KZ. Noch vor Kriegsende 1945 wurde seine Verschickung mit weiteren 1 200 weiteren jüdischen Häftlingen in die Schweiz angeordnet. Dadurch kam er wieder in Freiheit.

Mit seiner Lebensgeschichte wendet er sich seit vielen Jahren vor allem an junge Menschen, um seine Erlebnisse aus erster Hand zu vermitteln und seine Mitmenschen zu »Zeugen der Zeitzeugen« zu machen. Er ruft dazu auf, wachsam mit dem umzugehen, was um uns herum passiert. Dadurch bewegt er seine Mitmenschen, über ihre eigenen Handlungsspielräume nachzudenken und ein eigenes Engagement gegen jede Form von Antisemitismus zu entwickeln. Mit seinem Einsatz zeigt Hoffmann, was jeder und jede einzelne tun kann und muss, damit sich vergangenes Unrecht nicht wiederholt.

»Mehr Lebensqualität für Fußgänger«. Der Grüne Landtagsabgeordnete Thomas Poreski gratuliert Reutlingen und Wannweil zur Teilnahme an einem vom Land finanzierten Fußverkehrschecks. Demnach analysieren Fachbüros Verbesserungsmöglichkeiten und beraten kostenlos. Eine Jury unter Vorsitz von Landesverkehrsminister Winfried Hermann erteilte den Zuschlag. »Für die Lebensqualität insbesondere von Kindern und älteren Menschen spielt es eine zentrale Rolle, den öffentlichen Raum attraktiver zu machen. Sichere und komfortable Wege laden die Menschen dazu ein, möglichst viele Strecken zu Fuß zurückzulegen. Der Straßenraum wird damit wieder zum Lebensraum«, erklärt der Grüne Landtagsabgeordnete Thomas Poreski. Seit 2015 fördert das Land daher Fußverkehrs-Checks für Städte und Gemeinden. Bürger erfassen gemeinsam mit Verwaltung und Experten die Stärken und Schwächen im örtlichen Fußverkehr und erarbeiten Verbesserungsvorschläge. »Die Menschen wissen sehr gut, welche Ampelschaltung nervt, welche Übergänge für Kinder gefährlich sind und wo die Bordsteinkanten für einen Rollstuhl zu hoch sind. Die Checks bieten die Möglichkeit, dieses Wissen zu bündeln und Lösungen im Gesamtpaket zu finden«, so Poreski.                                                 –rw