Altersarmut. Dem Landkreis Reutlingen droht Altersarmut – in einem größeren Ausmaß als bislang angenommen. Das befürchtet die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Rund 49 000 Arbeitnehmer im Kreis Reutlingen würden – so, wie sie heute arbeiten – nur eine Rente unterhalb der staatlichen Grundsicherung bekommen. Und das, wenn sie nach immerhin 45 Berufsjahren in den Ruhestand gingen. Das sind 37 Prozent aller Beschäftigten im Kreis. Die Schwelle für »Alters-Hartz-IV« liege im Kreis Reutlingen bei aktuell 770 Euro im Monat, so die Gewerkschaft. Dabei sind insbesondere die Kosten fürs Wohnen berücksichtigt. Dies geht aus einer Renten-Analyse des Pestel-Instituts hervor. Die Wissenschaftler aus Hannover haben dabei für die Gewerkschaft NGG amtliche Statistiken ausgewertet. Demnach könnte die Zahl armutsgefährdeter Rentner im Landkreis Reutlingen künftig noch deutlich steigen – nämlich dann, wenn die durchschnittliche Rente bis zum Jahr 2030 auf nur noch 43 Prozent des Einkommens abfallen sollte. Dann gäbe es mehr als 55 000 Menschen, die nach 45 Beitragsjahren bei einer Rente unterhalb der Grundsicherung landen, so das Pestel-Institut.

Geldsegen. Nur fröhliche Gesichter waren zu sehen, als Oberbürgermeisterin Barbara Bosch den Vertretern der Oskar-Kalbfell-Stiftung, Uwe Weber und Bürgermeister Robert Hahn, einen Spendenscheck überreichte. Die Oberbürgermeisterin hatte anlässlich ihres 60. Geburtstag gebeten, kein Geld für Geburtstagsgeschenke auszugeben und lieber für die Ausbildung junger Menschen zu spenden. Insgesamt kamen so Spenden in Höhe von 5 800 Euro zusammen, für die sich Frau Bosch herzlich bedankte. Die 1968 ins Leben gerufene Oskar-Kalbfell-Stiftung hat laut Satzung zum Ziel, die »Ausbildung begabter Söhne und Töchter Reutlinger Familien mit geringem Einkommen« zu fördern. Dabei soll vor allem der Besuch weiterführender Bildungseinrichtungen, ein Studium oder die Förderung einer besonderen Begabung erleichtert werden. Die Stiftung kann den Geldsegen in Zeiten niedriger Anlagezinsen besonders gut brauchen. Die Niedrigzinspolitik führt dazu, dass die Stiftung kaum Einnahmen aus Zinserträgen erzielt und so das Stiftungsvermögen verbraucht wird.                                                                                                                                                                                                   -rw