Pro Umwelt. Die FDP-Fraktion wünscht sich von Gemeinderat und Stadtverwaltung ein gemeinsames Vorgehen zur Verbesserung des Reutlinger Stadtklimas. »Wir halten nichts davon, mit ständigen Hinweisen auf eine drohende Klimakatastrophe Weltungergangsstimmungen zu verbreiten. Statt ideologische Grabenkämpfe zu führen, sollten wir gemeinsame praktische Maßnahmen angehen«. Im beigefügten Antrag geht es zum Beispiel um das Abschaffen von sogenannten Schottergärten und totalen Flächenversiegelungen, für jeden gefällten, großkronigen Baum im Stadtgebiet sollten drei neue gepflanzt werden und die Dach- und Fassadenbegrünungen an allen dafür geeigneten Bauten sollte Vorschrift sein. Des Weiteren wird die Schaffung eines »Umwelt-Fonds« für nicht etatisierte Maßnahmen im Haushalt analog zu den Kultur- und Sozialfonds, und die Auslobung eines zweijährigen Wettbewerbs «Das klimafreundliche Haus» gefordert. Die Liste lässt sich weiter fortführen. Insgesamt sind es 26 Punkte, die verfasst wurden. Respekt: ganz schön viel grün, von den Gelben!

»Abwanderung« verhindern. Die SPD-Fraktion setzt auf den Erfolg des neuen Stadtbussystems. Neue Mobilität mit mehr Bussen und mehr Linien benötigt auch mehr Fachkräfte, welche die Busse lenken. Nun mangelt es allerdings an erfahrenen, kompetenten Busfahrern. Deshalb fordert Stadträtin Silke Bayer attraktive Arbeitsplätze beim Stadtbus. Die SPD-Fraktion hat in einer Anfrage um Informationen zum Fachkräftebedarf für den neuen Stadtbus gebeten. Darin geht es unter anderem, um die Höhe der »Abwanderung« von Busfahrern bei der RSV und welche Gründe dafür ausschlaggebend sind. »Offenkundig gibt es in der Region Reutlingen-Tübingen einen Wettbewerb um die Fachkräfte. Deshalb müssen wir das Notwendige tun, um als Stadt attraktive Arbeitsplätze anbieten zu können«, stellt der Fraktionsvorsitzende Helmut Treutlein fest. Stadtrat Sebastian Weigle erinnert daran, dass  bei der Kinderbetreuung wie bei den Pflegekräften  Anstrengungen unternommen worden sind, um zusätzliche Fachkräfte zu gewinnen. »Jetzt müssen wir dies auch bei den Fachkräften für den Busverkehr tun«. Die SPD-Fraktion stellt sich dabei auch die Frage, ob andere Stadtverkehre in der Region besser bezahlen, ob es Betriebsrenten gibt oder ob es andere Gründe vorliegen, die es herauszufinden gilt. Die Stadt stehe in der Verantwortung und müsse alles tun, um dem entgegen zu wirken. Was auch immer dabei herauskommt, man darf gespannt sein.  

Mehr Geld für Vereine. Die CDU-Fraktion stellt den Antrag, die laufende jährliche Förderung der Reutlinger kulturellen Verein um 60 Prozent zu erhöhen und somit die ehrenamtliche Vereinsarbeit zu stärken. Begünstigte dieses Antrags sind unter anderem Gesangvereine, Chöre, Musikvereine, Instrumentalgruppen sowie Volkstanz- und Folkloregruppen. All diese Vereine erhalten seit 32 Jahren dieselbe Förderung, da die Kultur-Förderrichtlinien vom Gemeinderat am 10. Dezember 1987 beschlossen und seither nie angepasst wurden. Es ist hinreichend bekannt, dass sich die Aufgaben und die Kosten für alle ehrenamtlich tätigen Vereine seit 32 Jahren um ein Mehrfaches nach oben entwickelt haben, während die Zahl der aktiven und passiven Mitglieder in aller Regel eher geschrumpft ist. So sind zum Beispiel allein die Kosten für einen Dirigenten oder eine Dirigentin enorm gestiegen. Was früher häufig nahezu ehrenamtlich gemacht wurde, muss heute bezahlt werden. Die CDU-Gemeinderatsratsfraktion hält deshalb eine Anpassung der laufenden Vereinsförderung für überfällig und unter Zugrundelegung der Handhabung des Landkreises, die Förderung deren Destinatäre jährlich um zwei Prozent anzuheben, mehr als für sachgerecht. Die Fraktionsvorsitzende Gabriele Gaiser appelliert an alle Fraktionen im Reutlinger Gemeinderat, den Antrag möglichst einvernehmlich zu unterstützen.                            -pi/rw