Geadelt: Für herausragende Verdienste um das Land Baden-Württemberg und seine Bevölkerung hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann letzten Samstag im Schloss Ludwigsburg den Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg an 19 Persönlichkeiten verleihen. Bettina Noack aus Reutlingen ist eine davon. Sie gilt als Pionierin in der Kinderbetreuung im Vorstand des Mütter- und Nachbarschaftszentrums Reutlingen e. V.. Zudem ist ihr überaus Engagement beim Aufbau neuer Mütterzentren bekannt. 

Gegen das Vergessen: Während in der Hauptstadt die Veranstaltung »Berlin trägt Kippa« Position gegen Antisemitismus in Deutschland bezog, fand letzten Woche im Studium Generale in Reutlingen ein Vortrag über Emilie und Oskar Schindler statt. Erika Rosenberg-Band, Biografin und enge Vertraute von Emilie Schindler, erzählte von ihren Gesprächen und Erinnerungen und von ihren jahrelangen historischen Nachforschungen, die in mehrere Bücher geflossen sind. Auch wenn das Ehepaar Schindler durch den preisgekrönten Film von Steven Spielberg große Bekanntheit erlangte, ist der Spielfilm »historische Fiktion«, wie die Schriftstellerin, Übersetzerin und Dozentin Rosenberg-Band an zahlreichen historischen Details in ihrem Vortrag belegt hat. Fakt ist, dass die Schindlers 1 200 Menschen das Leben gerettet haben. Dafür haben sie ihr gesamtes Vermögen aufgebracht, was heute 26 Millionen Euro entspräche, wie Rosenberg-Band erklärte. Denn Juden im Alltag mit Menschlichkeit zu begegnen, war unter strenger Aufsicht kaum möglich. Sie haben Zivilcourage gezeigt, die gefährlich war. In der Darstellung Spielbergs wurde ihr persönlicher Einsatz übergangen, davon ist Rosenberg-Band überzeugt. »Man darf das nicht vergessen!«, lautet der Appell von Erika Rosenberg-Band. Denn gerade angesichts aktueller Entwicklung sei es wichtig, sich zu erinnern - um heute und in Zukunft friedlich zu leben.

Girl‘s Day bei der Stadtverwaltung: Am vergangenen Donnerstag fand bundesweit der diesjährige »Girls’Day Mädchen-Zukunftstag« zur beruflichen Orientierung von Mädchen statt, der Einblicke in bislang vorrangig von Männern gewählte Berufe bot. Ziel war es, dass sich junge Mädchen gezielt Gedanken über ihre berufliche Zukunft machen. Auch die Stadtverwaltung Reutlingen bekam Besuch von 30 interessierten Mädchen. Im Großen Sitzungssaal des Rathauses begrüßte Erste Bürgermeisterin Ulrike Hotz die Teilnehmerinnen, die beim »Girls’Day« die Möglichkeit bekamen, sich über interessante technische und naturwissenschaftliche Berufe innerhalb der Stadtverwaltung zu informieren. »Ausbildung ist das Wichtigste, das es gibt, um einen guten Beruf ausüben zu können«, wusste die Erste Bürgermeisterin. Umso wichtiger war es für die Schülerinnen, an diesem Tag die Möglichkeit zu nutzen, viele Fragen zu stellen, um ihr Berufswahlspektrum zu erweitern. Begleitet von Auszubildenden der Stadtverwaltung gewannen die Mädchen wichtige Eindrücke von der Arbeit bei der Feuerwehr, im Forstbereich, in der Wirtschaftsinformatik sowie in der Vermessungstechnik und konnten so bereits ein erstes Fundament für ihr Berufsleben legen. Die meisten Mädchen verbrachten den Tag bei der Feuerwehr und waren sich einig, dass es spannend ist, in diesem Beruf Leben retten zu können.