Abwrackprämie für Asbest. Es steckt in Böden, Dächern, Wänden und hat auch im Reutlinger Rathaus richtig fiese Spuren hinterlassen. Die Rede ist von Asbest, ein sehr beliebtes und günstiges Baumaterial aus den 60er- und 70er Jahren. Doch nicht nur dort kommen die Bausünden der Vergangenheit ans Tageslicht, sondern im gesamten Landkreis Reutlingen. Nun will die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) das Material möglichst rasch aus dem Verkehr ziehen und fordert hierfür mehr staatliche Förderung. Da kommt das recht populäre Abwracken wieder einmal gerade recht. »Wir brauchen eine Sanierungs- und Abwrackprämie für Asbest«, so Regionalleiter Andreas Harnack.

Zwar sei der Bau mit Asbestfaser seit 1993 verboten Risiken berge allerdings der heimische Altbaubestand. »Hausbesitzer schrecken bislang oft vor den hohen Kosten der Entsorgung zurück. Damit bleibt das Problem auch 30 Jahre nach dem Asbest-Boom aktuell«, sagt Harnack. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes entstanden im Landkreis Reutlingen allein zwischen 1960 und 1979 – in der Hochphase der Asbest-Zeit – rund 21 000 Wohngebäude. »Ein Großteil davon dürfte immer noch mit dem Baustoff belastet sein«, schätzt der Gewerkschafter. Die Spätfolgen seien bis heute spürbar: »Das Einatmen von Asbeststaub kann zu Asbestose, Lungen- oder Kehlkopfkrebs führen.« Laut Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) erkranken im Zusammenhang mit Asbest jedes Jahr fast 4 000 Menschen. Das Material findet sich dabei nicht nur unter Linoleum-Böden und auf dem Schuppendach, sondern etwa auch unter älteren Fliesen, in Nachtspeicheröfen oder im Wandputz.

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»Wer sich für eine Sanierung entscheidet, kann zwar Fördermittel bei der KfW-Bank bekommen. Doch auf der teuren Asbest-Entsorgung bleibt der Hausbesitzer meist sitzen. Hier können schnell ein paar Tausend Euro zusammenkommen.« Die Folge: Das Material bleibe oft an der alten Stelle im Haus. Wenn saniert werde, lande es manchmal sogar im Hausmüll. Harnack: »Mit einer Abwrackprämie kann die Politik einen direkten Beitrag für mehr Gesundheitsschutz leisten. Davon würden im Landkreis Reutlingen Hausbesitzer, Mieter und Bauarbeiter gleichermaßen profitieren.« Denkbar sei ein eigenes KfW –Förderprogramm für Asbest. Per Zuschuss könnte Hauseigentümern somit ein Großteil der Entsorgungskosten erstattet werden.


Neuer Name. Die Arbeit der neuen Gemeinschaftsschule im Bildungszentrum-Nord – kurz BZN – hat begonnen. In diesem Schuljahr werden die fünften Klassen nach den Prinzipien der Gemeinschaftsschule unterrichtet und demnach die Klassenstufen 5 und 6 in dieser Schulform arbeiten. Doch nicht nur das: Im Zuge dessen hat das BZN auch einen neuen Namen. Ab dem 1. August 2017 heißt das Schulzentrum Friedrich-Förster-Gemeinschaftsschule. Kommenden Mittwoch, 25. Oktober gibt’s deswegen eine kleine Feier.


Flächennutzungsplan in der Stadthalle: Der Nachbarschaftsverband Reutlingen-Tübingen stellt derzeit den Flächennutzungsplan und den Landschaftsplan für das Verbandsgebiet neu auf, das die Städte Reutlingen, Tübingen, Pfullingen sowie die Gemeinden Eningen u. A., Wannweil, Dettenhausen, Kusterdingen und Kirchentellinsfurt umfasst. Das Planwerk soll in den kommenden 15 bis 20 Jahren als Grundlage für die städtebauliche Entwicklung dieses Gebiets dienen und verschiedene Nutzungsansprüche wie Wohnen, Gewerbe, Grün, Verkehr und vieles mehr zu einem ausgewogenen Gesamtkonzept zusammenführen. Der Landschaftsplan als Bestandteil des Flächennutzungsplans ist die Basis für die langfristige Entwicklung von Natur und Landschaft.

Eine öffentliche Informationsveranstaltung am Mittwoch, 25. Oktober, 18.30 Uhr, im kleinen Saal der Stadthalle Reutlingen, bietet Bürgerinnen und Bürgern die Gelegenheit, sich umfassend über den Flächennutzungsplan zu informieren. Vertreter der Stadtverwaltung stellen gemeinsam mit den externen Experten, Dr. Elke Hase und Peter Wolpert, Büro Kling Consult. sowie Dirk Kopperschläger, Büro Brenner Bernard Ingenieure, den aktuellen Stand der Planungen vor und beantworten an Thementischen Fragen wie: Was ist ein Flächennutzungsplan? In welcher Weise betrifft er mich? Wie sieht das Verfahren aus und wie kann ich mich daran beteiligen?