Fetthennen neu beleben. In Reutlingen stinkt’s gewaltig. Gemeint sind die schlechten Schadstoffe in der Luft, die könnten sogar zu Fahrverboten führen. Aber so weit sind wir noch lange nicht. Dennoch drängt die Zeit, denn schließlich muss sich was ändern. Nun hat die Wir-Fraktion zum Thema: »Zur Verminderung von Luftschadstoffen durch Photokatalyse an Oberflächen« folgenden Antrag bei Oberbürgermeisterin Bosch eingereicht und damit die Verwaltung beauftragt: Zeitnah zu prüfen, auf welchen Fassaden öffentlicher Gebäude und Oberflächen photokatalytische Baustoffe beziehungsweise Beschichtungen oder Anstriche sinnvoll eingesetzt werden können. Priorität sollte der Bereich der Lederstraße im Umfeld der Luftmessstation haben. An den beiden in der Lederstraße aufgebauten Moos-Testwänden, die für eine horrende Summe leider keine lange Lebensdauer hatten, müssten schnellstens photokatalytisch wirksame Oberflächen installiert und deren Wirksamkeit in Zusammenarbeit mit der Hochschule Reutlingen nachgewiesen werden. Des Weiteren müsse geprüft werden, in wie weit dieses Projekt im Rahmen der »Modellstadt Luftreinhaltung« durch Zuschüsse seitens des Landes-, Bundes- oder der EU zu finanzieren ist.

Tempo 30 und Straßenfreigabe. Der neueste Vorschlag der Grünen in Sachen »MasterplanRadverkehr - ebike city Reutlingen« sieht Tempo 30 in der Alteburgstraße vor. Die Alteburgstraße weist mit 25 Unfällen (im Untersuchungszeitraum 2013-2015) eine Rekordunfallzahl auf. Von daher sei die Alteburgstraße die gefährlichste Straße für Radfahrer in Reutlingen. Deshalb sei es wichtig, der Beseitigung dieser Unfallstelle eine erhöhte Priorität einzuräumen. Deshalb schlagen die Grünen vor, Tempo 30 ab Kreuzung Hermann-Hesse-Straße bis zum ZOB einzurichten. Ein weiterer Punkt ist das Betz-Gelände respektive die bis dato gesperrte Privatstraße - frühere Max-Planck-Straße. Nachdem das alles nun schon länger im Besitz der Stadt ist, wäre es an der Zeit die Route wieder offiziell zu öffnen. Die Strecke ist topografisch die günstigste Verbindung zum Beispiel vom Hauptausgang des Hauptbahnhofs und dem Berufsschulzentrum von und nach Orschel-Hagen. Und last but not least geht es den Grünen auch um den Umbau des Burgplatzes, eine ampelfreie Gartenstraße und die Schaffung einer fußgängerfreundlichen Verbindung von der Planie über die Zeughausstraße bis zur Wilhelmstraße.

Mediterraner Zuwachs. Die Ess-Kastanie ist der »Baum des Jahres« - und wächst seit kurzem auch in der Pomologie. Andrea Sliwka, Fachgebietsleiterin Grünflächenplanung beim Amt für Tiefbau, Grünflächen und Umwelt, sowie Helmut Reicherter, Fachgebietsleiter Grünflächenunterhaltung beim selben Amt, griffen zum Spaten und hoffen auf »Gutes Gedeihen«. Der in Deutschland noch wenig verbreitete »Baum des Jahres« streckt seit kurzem seine Wurzeln unter den Rasen beim Bouleplatz. Bis zu 40 Meter hoch kann die Ess-Kastanie werden, ihre Früchte sind – wie der Name schon sagt – essbar und dürfen von den Pomologie-Besuchern geerntet werden, verspricht Andrea Sliwka. Verwendet werden können sie für Suppen, Bratenfüllungen, Süßspeisen, Torten, Brot oder einfach als »heiße Maronen«.
»In diesem Herbst dürfte das allerdings noch nicht klappen«, meint die Fachfrau. Neben der auffallenden cremefarbenen Blütenpracht, mit der sich der Neuzugang einmal schmücken wird, hat er noch ein weiteres Plus: Dank seiner mediterranen Herkunft kann er problemlos dem Klimawandel trotzen, der heimischen Baumarten arg zu schaffen macht. »Deswegen hat er auch in unseren Gefilden Zukunft«, ist Helmut Reicherter überzeugt. Den »Baum des Jahres« kürt seit 1989 ein bundesweites Kuratorium.     –pi/rw