Närrische Tage: Seine Tollität Prinz Marco I. von der Echazburg und Ihre Lieblichkeit Prinzessin Carolin I. vom Drackenberg sind in Amt und Würden. Gleich zu Beginn des neuen Jahres geht’s in die Vollen. Während der Inthronisation des Reutlinger Prinzenpaares Session 2017/2018 samt Ordensfest erging folgende Proklamation: »Ich, Prinz Marco I. von der Echazburg, erlasse Kraft meines Amtes folgende Anordnungen:
§ 1: Mega-Events werfen ihre Schatten voraus. So feiert die 1. Reutlinger Karneval-Gesellschaft im Männerverein im kommenden Jahr ihr 111-jähriges Jubiläum! Damit dieses närrische Highlight im Rahmen eines Landesnarrentreffens gebührend gewürdigt wird, ordne ich an, daß für alle Einwohner am 20. Januar bei der Prunksitzung in der Stadthalle, und am Tag danach beim Umzug durch die Innenstadt mit finaler Party auf dem Marktplatz, Anwesenheitspflicht besteht. Die Stadträte fungieren dabei unentgeltlich als Streckenposten.
§ 2: Nach 50 Jahren ist der Scheibengipfeltunnel in Betrieb – Ache-lau! Um die Verkehrsplanungen auch von der Stadtautobahn kommend voranzutreiben, ordne ich die Untertunnelung der Lederstraße bis hin zum Südbahnhof an. Damit verkehrsführungsmäßig das totale Chaos perfekt ist, endet der Tunnel Richtung Alb selbstverständlich auch am jetzigen Knotenpunkt am Südportal. Analog zur Logistikbranche mit dem Fachbegriff der chaotischen Lagerführung wird hier die Bezeichnung ’chaotische Verkehrsführung’ verwendet.
§ 3: Die Buslinie 111 ist aktuell nur bis in den benachbarten Landkreis unterwegs. Damit diese ehrenwerte Zahl anlässlich unseres Jubiläums entsprechende Anerkennung findet, ordne ich an, daß die Linie ab sofort unter Leitung der Karnevalgesellschaft fällt. Verziert mit Vereinsbildern samt Prinzenpaar touren wir durch die Lande und positionieren so Reutlingen neu. Selbstverständlich übernimmt der RSV hier die Kosten für diese medienwirksame PR und die Aktiven werden nach getaner Arbeit bis vor die Haustür gebracht!
§ 4: Ob japanische Schnurbäume oder sogenannte City Trees – die Stadt steht neben dem Theaterneubau vor einem weiteren Eintrag ins Schwarzbuch der Steuerzahler. Getreu dem Motto »Learning by doing« ordne ich an, daß die Verantwortlichen in Gärtnerkluft eine Fetthennen-Zucht im großen Sitzungssaal starten. Das trägt sowohl einer Steuerentlastung, als auch einer Verbesserung des Raumklimas bei. Auf Grund dieser Erfahrung kann dann auf der Homepage der bislang inhaltlose CO2-Rechner im Klimaschutzkonzept ergänzt werden.« Na dann: Schandi-Schando und Ache-lau!