Gut Ding will Weile haben.  Was für ein Jahr. Erstmals haben die Städte Esslingen, Reutlingen und Ulm, in denen heute noch traditionell der Schwörtag begangen wird, einen gemeinsamen Antrag beim Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg gestellt. Darin geht es den ehemaligen Reichsstädten um die Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes. Das Kulturerbelabel möchte »kulturelle Vielfalt in Deutschland sichtbar machen«, nach Auffassung der drei Kommunen tragen die Schwörtagstraditionen auf besondere Weise dazu bei. Sie gelten heute, so heißt es im Antragstext, »als Ausdruck kommunaler Demokratie und Selbstbestimmung« und verweisen zudem auf historische Verbindungen und Gemeinsamkeiten der einstigen Reichsstädte im deutschen Südwesten. Prof. Dr. Eva-Maria Seng, international renommierte Fachfrau für Kulturerbefragen, bescheinigt der Schwörtagstradition ein hohes Maß an gemeinschaftsbildenden Elementen und empfiehlt nachdrücklich die Aufnahme in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes. Der Städteantrag wird auch von der Stuttgarter Landeshistorikerin Prof. Dr. Sabine Holtz unterstützt. Laut Holtz verknüpft diese Tradition »Gehalt und Symbolwelt früher politischer Partizipationsformen mit heutigem bürgerschaftlichem Engagement.« In einer ersten Auswahlrunde schlägt das Ministerium für Wissenschaft und Kunst des Landes bis zu vier aussichtsreiche Anträge vor, die nach Berlin gemeldet werden. Dort beratschlagt die Deutsche Unesco-Kommission über eine Empfehlung für die nationale Kulturerbeliste. Überdies besteht die Chance, ins Rennen um die internationale Anerkennung zu gehen. Die Kulturministerkonferenz der Länder und die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien bestätigen die Auswahlempfehlungen des Expertenkomitees abschließend, mit einer Entscheidung des Gremiums ist bis Frühjahr 2021 zu rechnen.

Aufwertung der Markwasen-Seen. Das städtische Amt für Tiefbau, Grünflächen und Umwelt setzt die Bemühungen zur Verbesserung der Lebensbedingungen für Amphibien und ökologischen Aufwertung der Seen im Sportpark Markwasen fort. Dazu wurde der so genannte See Nr. 3 vom Fischereiverein Reutlingen abgefischt und das Wasser über den vor zwei Jahren eingebauten, »Mönch« genannten Grundablass entfernt. Der Schlamm bleibt wie letztes Jahr im See und soll sich über die Wintermonate teilweise zersetzen. In der Teichbewirtschaftung wird dieses Verfahren »Wintern« genannt. Ab Ende Februar 2020 soll der See durch natürlichen Zufluss wieder volllaufen, damit zur Laichzeit der Erdkröten genügend Wasser vorhanden ist. Dies hängt allerdings stark vom Witterungsverlauf und der Niederschlagsmenge ab. 

Geldsegen für Bundestagsabgeordneten. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Martin Rosemann freut sich über die gute Nachricht aus dem Haushaltsausschuss: »Der Bund stockt seine Förderung für das Mehrgenerationenhaus Verein Voller Brunnen e.V. in Reutlingen um 10 000 Euro auf. Das freut mich sehr! Und es ist wichtig, denn die Förderung ist seit Jahren nicht mehr an die steigenden Einkommen und Kosten angepasst worden«, so Rosemann, den ein Hilferuf einiger Mehrgenerationenhäuser vor den Haushaltsberatungen erreicht hat. »Meine SPD-Kollegin Svenja Stadler hat sich dem Problem sofort angenommen, umso mehr freut es mich, dass jetzt tatsächlich alle 540 Häuser in Deutschland einen ordentlichen Zuschlag bekommen. Gesagt – getan«, begrüßt der Tübinger Bundestagsabgeordnete das Ergebnis. Im Haushaltsausschuss wurden die notwendigen Beschlüsse gefasst und die Finanzierung der Mehrgenerationenhäuser in Deutschland um 5,4 Millionen Euro aufgestockt, so Rosemann. Darüber hinaus bekomme auch das Bundesnetzwerk Mehrgenerationenhäuser weitere 50 000 Euro für ihre Arbeit. »Wir schätzen die Arbeit in den Mehrgenerationenhäusern sehr. Sie sind ein wichtiger Beitrag für das Miteinander von Generationen, Kulturen und Menschen vor Ort«, betont der SPD-Bundestagsabgeordnete, weshalb er auf die Sorgen aus den Mehrgenerationenhäusern sofort reagiert habe: »Das sogenannte Sprachrohr nach Berlin funktioniert eben!«                                                                -rw