Bürgerentscheid kommt. Vorigen Donnerstag war es soweit, die Gegner des Kombibads haben die erste Hürde genommen. 2096 Unterschriften übergab Friedrich Lorch Bürgermeisterin Jacqueline Lohde, öffentlichkeitswirksam, vor den Stufen zum Rathaus. Damit wäre, die Prüfung der Unterschriften steht noch aus, das Quorum erreicht, das es für einen Bürgerentscheid braucht. Sieben Prozent aller wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürger, das sind in Metzingen 1264 Wähler, müssen das Bürgerbegehren unterstützen. Gesammelt wurden die Unterschriften auf dem Kelternplatz während der Marktzeit, auch von Haustür zu Haustür oder per Telefon. Auch auf dem Schulhof oder in der Stadtbücherei versuchte die Initiative die nötigen Stimmen zu besorgen. Nach der Prüfung vom Ordnungsamt wäre dann der Weg frei für einen Bürgerentscheid. Die Forderung nach einem Bürgerentscheid emotionalisiert die Debatte, um die Frage, ob Metzingen anstelle des alten Hallen- und Freibads an unterschiedlichen Orten, ein neues Kombibad an der Auchterstraße oder auf dem Bongertwasen bauen soll.

In einem Bürgerdialog mit mehr als 3 500 beteiligten Bürgern hatte sich am Ende ein klares Votum für das Kombibad ausgesprochen und der Gemeinderat war dieser Entscheidung gefolgt. Lob für diesen Bürgerbeteiligungsprozess gab es bis hinauf zum Staatsministerium Baden-Württemberg. Hinter dem neuen Bad stehen vor allem die Vereine, aber auch die Jugend, die sich voll und ganz mit dem neuen Bad identifiziert. Da die zahlenmäßig eher kleine Initiative diese Entscheidung aber nicht mittragen will, hat sie diesen rechtlich möglichen Weg eingeschlagen. Zwei Monate nach Einreichung eines Antrags auf einen Bürgerentscheid muss der Gemeinderat befinden, ob dieser zugelassen wird. Das wäre Anfang Oktober. Seine Handlungsfähigkeit ist allerdings begrenzt. Sind die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt, ist eine Zustimmung zwingend. Weitere vier Monate später müsste dann eine Abstimmung erfolgen. Die Frage auf dem Abstimmungszettel muss so gestellt sein, dass sie mit Ja oder Nein beantwortet werden kann. Die gestellte Frage wird in dem Sinne entschieden, indem sie von der Mehrheit der gültigen Stimmen beantwortet wurde. Diese Mehrheit muss mindestens 20 Prozent der Stimmberechtigten betragen (darunter versteht man das sogenannte »Abstimmungsquorum«). Wird das Quorum nicht erreicht, entscheidet der Gemeinderat über die Angelegenheit. Ganz billig wird der Bürgerentscheid nicht werden. Oberbürgermeister Ulrich Fiedler hatte jüngst von einer sechsstelligen Summe gesprochen, die ein solcher formaler Akt kosten wird. Bis dahin dürfte in der Debatte der Zündstoff nicht ausgehen, denn beide Lager stehen sich unversöhnlich gegenüber. Was vor allem für die Kinder und Jugendlichen bis 16 Jahren bitter ist: Sie dürfen an der Wahl nicht teilnehmen. Und so kann jetzt schon prophezeit werden, dass egal wie die Wahl ausgehen wird, der Gemeindefrieden nicht wiederhergestellt sein wird.


Kita-Jubiläum. Sie war die Vorreiterin: Die Kleinkindertagesstätte im Bräuchle-Park war die erste ihrer Art in Metzingen. Nun feierte man das zehnjährige Jubiläum mit einem Festakt. Dabei nutzten die Beteiligten rund um die Leiterin Karin Jirasek die Gelegenheit die letzten zehn Jahre Revue passieren zu lassen. Im Mai 2008 wurde damals gestartet. Gemeinsam hatten die Stadtverwaltung Metzingen und die Firma Hugo Boss aus dem Wunsch nach einer Kindetagesstätte heraus die Idee entwickelt, die Kleinkindbetreuung in den Räumen des Alten- und Pflegezentrums in der Elsa-Brändström-Straße einzurichten. Heute werden in der »KiTa am Park« über 40 Kinder im Alter von sechs Monaten bis drei Jahren von rund 20 pädagogischen Fachkräften betreut. Eltern können im Rahmen der angebotenen Betreuungszeiten von 6.30 bis 18 Uhr das Betreuungsmodell wählen, das am besten zu ihnen passt. Zu Beginn gab es allerdings auch einzelne Bedenken seitens des Altenzentrums. Einige stellten sich wohl die Frage, ob Kleinkinder und Senioren in einer gemeinsamen Einrichtung wirklich zusammenpassen.

Wie gut das zusammenpasst, zeigte sich jedoch schnell. Die Kinder und die Senioren begegneten sich ganz unkompliziert im Alltag und unternahmen vieles gemeinsam. So hatten sich die anfänglichen Bedenken schnell in Luft aufgelöst. Bei der Firma Hugo Boss wird das Betreuungsangebot der KiTa am Park vor allem deshalb geschätzt, weil es jungen Müttern und Vätern die Rückkehr in den Beruf deutlich erleichtert. Für die Plätze gäbe es eine große Nachfrage. Neben engagiertem und qualifiziertem Personal seien auch gute Rahmenbedingungen für eine qualitätsvolle Arbeit in der KiTa entscheidend, betonte Katrin Jirasek und fand lobende Worte sowohl für die Stadtverwaltung als auch für die Firma Hugo Boss. »Bei den Entscheidungen stehen stets die Kinder und ihre Eltern im Mittelpunkt«, so Jirasek. Was damals in der Elsa-Brändström-Straße begann, ist zwischenzeitlich deutlich weitergewachsen. Heute gibt es im gesamten Stadtgebiet rund 250 Plätze für Kinder unter drei Jahren.                                                                                                                                                                –ew