Kein Februar-Krämermarkt. Der Metzinger Krämermarkt ist eine echte Institution. Aber auch an solchen nagt der Zahn der Zeit. »Weniger Fläche, mehr Qualität«, »Nicht mehr zeitgemäß«, »Wenige Stände, viele treue Kunden«, »Discounter vereinnahmen Bio-Markt«, so oder ähnlich lauten die Schlagzeilen und Kommentare der letzten Zeit zum Thema »Wochen- und Krämermärkte«, wenn man die Zeitung liest. Die regionalen Märkte und Jahrmärkte haben landauf, landab ein gemeinsames Problem: Kundenschwund und Händlermangel. Ursache ist sicher das Einkaufsverhalten der Bürger, in dem Fall der aus Metzingen und Umgebung, die zunehmend dem Metzinger Krämermarkt die kalte Schulter zeigen, besonders im Monat Februar. Für die Metzinger Märkte, die seit dem Jahr 2012 von der Metzingen Marketing und Tourismus GmbH (MMT) betreut werden, gibt es »Allgemeine Vertrags- und Benutzungsbedingungen« (kurz AVBB-Märkte).

Demnach finden wöchentlich in der Kelternstadt zwei Lebensmittel-Regionalproduktmärkte (Mittwoch, Samstag) und in Metzingen (vier Mal jährlich) sowie in Neuhausen (drei Mal jährlich) die legendären Krämermärkte für Textilien und Haushaltswaren statt. Dem Kunden bieten aktuell am Mittwoch zwischen 12 bis 15 Händler, am Samstag zwischen 20 bis 23 Händler ihre Waren an. Selbstverständlich sind saisonale Schwankungen in der Winter- bzw. Urlaubszeit möglich. Speziell der Mittwochsmarkt kämpft in den letzten Jahren immer wieder einmal unter den geänderten Bedingungen »ums Überleben«, vor allem im Winterhalbjahr. Und dann gerade führt ein schwächelndes Angebot zum Ausbleiben der Kundschaft und somit für existenzielle Sorgen der verbliebenen Händler. Die Jahrmärkte in unserer Stadt haben historische Ursprünge, Metzingen war seit jeher ein »Marktflecken«.

Während man in Metzingen schon immer am zweiten Dienstag in den Monaten Februar, Mai und September sowie am letzten Dienstag vor dem ersten Advent im November den Markt abhielt, geht man in Neuhausen eher »altdeutsch« damit um. Am 24. Februar (vorausgesetzt es ist ein Werktag), an »Urban« (25. Mai) und am 1. Donnerstag nach »Ursula« (21. Oktober) finden dort die Märkte rund um die Verwaltungsstelle in der Kelternstraße statt. Aufgrund der oftmals unkalkulierbaren Witterungsverhältnisse im Winter (Februartermin) kommen in Metzingen zu diesem Termin nur die Hälfte der sonst üblichen Händler (durchschnittlich 24) und nach Neuhausen nur durchschnittlich acht Händler (Tendenz eher rückläufig).

Aus Sicht der Stadtverwaltung ist eine nachhaltige Durchführung dieser beiden Markttermine im Februar aus wirtschaftlicher Sicht nicht mehr gerechtfertigt, zumal der Aufwand in keinem Verhältnis zu den möglichen Umsätzen steht. Die Unzufriedenheit bei den Händlern, aber auch bei den Kunden, die ein nur schwaches Warenangebot vorfinden, nimmt verstärkt zu. Aus diesem Grund stimmte der Gemeinderat dem Verwaltungsvorschlag zu, dass der Krämermarkt im Februar künftig entfällt. Der Mittwochs-Wochenmarkt bleibt zunächst noch erhalten, steht aber langfristig ebenfalls zur Disposition.      –ber