Müll wird teurer. Gerade mal ein gutes Jahr ist die Festsetzung der Müllgebühren alt und schon müssen sich die Metzinger auf eine erneute Erhöhung in 2019 einstellen. Laut Verwaltung macht die Abfallentsorgung regelmäßig am Jahresende ein Minus. Die aktuelle Unterdeckung der auszugleichenden Vorjahresdefizite belaufe sich auf insgesamt 810 000 Euro und könne nicht mehr über Einsparungen im laufenden Betrieb gedeckt werden. Somit sei eine erneute Anpassung der Abfallgebühren zum 1. Januar notwendig. Im Vergleich zur letzten Abfallgebührenkalkulation aus dem Jahr 2018 haben sich die Kosten im Bereich Sperrmüll deutlich erhöht. Das Aufkommen erhöhte sich von 821 Tonnen im Jahr 2016 auf circa 1020 Tonnen im Jahr 2018. Holz erhöhte sich von 827 Tonnen in 2016 auf rund 1050 Tonnen 2018.

Durch diese Erhöhungen stiegen nach Aussage der Verwaltung auch die Transportkosten. Eine weitere Ursache sind die höheren Entsorgungskosten von Sperrmüll beim Zweckverband Abfallverwertung (ZAV) in Dußlingen. Aufgrund der deutlich höheren Papiermengen sind die Kosten für die Altpapiersammlung (Vergütung Vereine) gestiegen, gleichzeitig ist der Verwertungserlös je Tonne Papier drastisch gesunken. Zudem steigen die Kosten der Häckselplätze weiter an. Das angedachte Grüngutkonzept 2017/2018 (Zusammenlegung von Häckselplätzen) wird voraussichtlich erst 2020 umgesetzt, so dass diese Kosten nicht gesenkt werden konnten. Für einen Vier-Personen-Haushalt sind dies auf das Jahr umgerechnet rund 36 Euro mehr. Die Auskunft, dass Metzingen im regionalen Vergleich noch relativ günstig ist, wird die Metzinger, die täglich versuchen Müll zu vermeiden, deshalb nicht erfreuen. 

April, April. Nein April ist es noch nicht, aber ein wenig veräppelt kommen sich die Anwohner schon vor, die nördlich oder südlich der Ulmer Straße wohnen. Versprochen hatte die Stadtverwaltung, dass die Großbaustelle durch die täglich bis zu 14 000 Fahrzeuge rauschen bis Weihnachten 2018 abgeschlossen sein sollte. Seit Juli wird in verschiedenen Abschnitten gebaut, zwei Monate lang war die Straße sogar komplett gesperrt. Kein Wunder, dass die Metzinger ziemlich genervt sind. Wie jetzt zu erfahren war, wird noch bis zu den Faschingsferien gebaut. Da diese in 2019 relativ spät im Kalender stehen (4. bis 8. März 2019) müssen sich die Autofahrer noch ordentlich gedulden. Eine richtige Begründung wird nicht geliefert. Aktuell wird offiziell am Abschnitt zwischen der Marienstraße und der Straße »Bei der Martinskirche« gebaut, als letzter Teil folgt dann das Stück zwischen dem ehemaligen Kaut‘schen Eck (Bei der Martinskirche) und dem Schwanengässle.

Tatsächlich aber ruhen die Bauarbeiten, da das Bauunternehmen seine Mitarbeiter in die Ferien geschickt hat, da das Asphaltwerk kein Material liefert. Die Baumaßnahmen ist nicht ganz unumstritten: die Fahrbahn wird verengt und später mit einem lärmoptimierten Asphalt ausgestattet. Zudem entstehen 22 neue Parkplätze und die vorhandene Bushaltestelle soll barrierefrei umgebaut werden. Auch die Rad- und Gehwege werden verbessert. Seitens der Stadtwerke wurden Kanalarbeiten durchgeführt und die Straßenbeleuchtung erhält LED-Technik. Im Gehweg wurde alles für eine spätere Glasfaserverkabelung vorbereitet. Ob mit dieser Baumaßnahme eine optische Aufwertung der Straße erreicht wird, ist eine Frage, über die sich trefflich streiten lässt. Dass der künftige Verkehr in der Ulmer Straße verlangsamt wird, dürfte Fakt sein, zum einem wegen der Verschmälerung der Straße von neun auf 7,5 Metern, zum anderen weil schon vor der Verschmälerung die Autos sich morgens und abends nur im Schritttempo durch die Straße quälten. Und mit den 22 neuen Parkplätzen gibt man den Outlet-Touristen die Chance im Schleich- und Suchverkehr einen der freien Plätze zu ergattern, die aber laut Planung eigentlich für die Anwohner vorgesehen sind.

Papeterie Ströbele statt Papier Stoll. Anfang Dezember hatte die Besitzerin von Buch und Papier Stoll – für viele überraschend – einen Antrag auf Insolvenz gestellt. Nun scheint es zumindest für einen Teil des Metzinger Traditionsunternehmen weiterzugehen. Andrea Ströbel, die bisher schon als Angestellte in der Papeterie gearbeitet hatte, hat diese übernommen und macht seit 1. Januar als selbstständige Unternehmerin weiter. Die dort beschäftigten Mitarbeiter behalten ihren Arbeitsplatz. Andrea Ströbel, die neue Eigentümerin, war zehn Jahre lang bei Papier Stoll angestellt. Sie hat einschlägige Erfahrungen in der Branche, lernte in einem großen Nürtinger Betrieb und war später bei der Metzinger Firma Schreyer beschäftigt. Durch den raschen Eigentümerwechsel ist Andrea Ströbel optimistisch, dass die Kundschaft gehalten und langfristig sogar ausgebaut werden kann. Woran sich die Metzinger gewöhnen müssen, ist dass der Name des Geschäfts in der Schönbeinstraße künftig ein anderer sein wird: Papeterie Ströbel heißt es künftig. Gerne hätte sie den alteingesessenen Namen übernommen, was aber wegen des anhängigen Insolvenzverfahrens nicht möglich war. Die Metzinger dürfen sich jedenfalls freuen, dass es weiter eine Papierhandlung in zentraler Lage gibt.                                                                              –ber