Bürgermedaille. Ohne das Ehrenamt würden die meisten Gemeinden im Land ihre Aufgaben nicht mehr erfüllen können. Deshalb sind ehrenamtlich Tätige das Rückgrat einer jeden Kommune und besonderes Engagement verdient der Erwähnung. So wurde jüngst die Uracherin Renate Hofmann mit der Bürgermedaille der Stadt ausgezeichnet. Im Rahmen der letzten Gemeinderatssitzung vor der Sommerpause würdigte Bürgermeister Elmar Rebmann das große Engagement von Renate Hofmann im Seniorentreff. Rebmann führte aus, dass sich die Geehrte über 15 Jahre hinweg ehrenamtlich dort engagiert habe. »Nur durch solchen großen Einsatz wie ihn Frau Hofmann und die anderen Helferinnen des Seniorentreffs erbringen, ist es möglich, dass eine so tolle Einrichtung jeden Wochentag geöffnet haben kann«, sagte Elmar Rebmann. Dies sei für eine Stadt in der Größe von Bad Urach ein nicht selbstverständliches Angebot, wie der Bürgermeister nicht ohne Stolz hinzufügte. Unter großem Applaus der Stadträte und der anwesenden Familienangehörigen und Freunde überreichte Rebmann ihr schließlich die Bürgermedaille, eine Urkunde und einen großen Blumenstrauß. 

Umzug. Bei der Notariatsreform zum 1. Januar 2018 wurden alle bisherigen rund 300 staatlichen Notariate aufgelöst, so dass Beurkundungen nunmehr ausschließlich von freiberuflich tätigen Notaren wahrgenommen werden. Dies betraf auch das Dettinger Notariat, das im Bürgerhaus am Anger seinen Sitz hatte. Nutznießer des Ganzen - zumindest was die Räumlichkeiten anbelangt - ist die Finanzverwaltung in Dettingen. Sie zieht in die bisherigen Notariatsräume um. Deshalb musste sich der Gemeinderat noch vor der Sommerpause mit der Angelegenheit befassen. Das Gremium vergab den Auftrag zur Möblierung der neuen Büroräume für die Finanzverwaltung. Denn, so der aktuelle Zeitplan, Umbau und Umzug sollen bereits bis Ende September über die Bühne gehen. Das Kostenbudget für die Gesamtmaßnahme von 220 000 Euro wird dabei, trotz kleinerer Überraschungen im Brandschutz, erfreulicherweise eingehalten. Der Gemeinderat stimmte daher einstimmig zu die Firma Otto Sturm aus Eningen mit der Lieferung des Mobiliars über rund 40 000 Euro zu beauftragen.

Neue Spuren. Die Aufarbeitung der Metzinger Historie hat sich der Arbeitskreis Stadtgeschichte (AKS) auf die Fahnen geschrieben. Mit Spannung erwartet wird immer das neue »Spuren«-Heft, das im Jahrestakt erscheint. Es ist quasi die Vereinszeitung des AKS. Die 21. Ausgabe spannt einen Bogen vom Spätmittelalter bis in die Gegenwart. Gegründet wurde der AK Stadtgeschichte 1981 als Gliederung der Volkshochschule Metzingen-Ermstal. 1986 bekam er eigene Statuten. Heute zählt er etwa 300 Mitglieder. Das neue Heft hat drei Schwerpunkte: Der Dreißigjährige Krieg im Ermstal, die Geschichte des Luna-Kinos und die Zuwanderung nach Metzingen von 1945 bis heute. Rudolf Renz, Vorsitzender des AKS stellt die Beiträge in der Reihenfolge, in der sie erscheinen, kurz vor: Dieter Feucht berichtet über die diesjährige Jahresexkursion ins Münsterland, nach Münster und Osnabrück. Beide Städte erinnern an den Dreißigjährigen Krieg, der im Jahr 1618 durch den Prager Fenstersturz ausgelöst wurde. Stadtarchivar Rolf Bidlingmaier zeichnet die Geschichte des alten Uracher Schlosses nach. Rudolf Eberling zeigt auf, wie fürchterlich der Dreißigjährige Krieg in unserer Gegend nach der Schlacht von Nördlingen 1634 wütete. Christiane Hauber untersucht die Rolle Christian Friedrich Schönbeins in der Geschichte der Naturforschenden Gesellschaften beider Basel.

Der gebürtige Metzinger Christian Friedrich Schönbein war einer der bedeutendsten Chemiker des 19. Jahrhunderts. Er starb vor 150 Jahren. Annerose Gönninger stellt einige Seiten aus dem Tagebuch ihres Großvaters Daniel Fritz vor, in dem dieser über das Jahr 1918, das letzte Jahr des Ersten Weltkrieges, berichtet. Die Lebenserinnerungen Friedrich Ruprechts, des Erbauers des heutigen Metzinger Kinos, schildern die Geschichte der Lichtspielhäuser Luna und Regina. Seine lebendig geschriebenen Erinnerungen umspannen einen Zeitraum von rund 50 Jahren. Der Esslinger Journalist Thomas Krazeisen skizziert in seinem kurzen Beitrag die Geschichte der Völter-Familie und porträtiert Professor Wolfgang Voelter. Die Einwohnerzahl Metzingens hat sich seit 1945 fast verdreifacht. In seinem eigenen Beitrag geht Rudolf Renz auf »Flucht, Vertreibung, Arbeitsmigration. Zuwanderung nach Metzingen von 1945 bis heute« ein. Er schildert die Phasen und Ursachen dieser Entwicklung. Frieder Handel und Peter Reiff stellen die Geschichte des »Arbeitskreises Klima und Energie« dar, der in diesem Jahr auf 25 Jahre zurückblicken kann. Auch die Städtepartnerschaft Metzingen-Nagykálló kann 2018 auf 25 Jahre zurückblicken. Eckart Ruopp und Janosch Fodor jun. zeichnen die Geschichte dieser Partnerschaft nach.                                                                                                                           –ber