Konrad Hölz gestorben. Er war das, was man ein schwäbisches Urgestein nennt. Vor wenigen Tagen verstarb nach langer schwerer Krankheit im Alter von 73 Jahren Konrad Hölz, Wittlinger Ortschaftsrat, ehemaliger Stadtrat und langjähriger Präsident des TSV Wittlingen. Konrad Hölz wurde 1984 erstmals in den Wittlinger Ortschaftsrat gewählt und gehörte ab 1994 für die CDU dem Gemeinderat der Stadt Bad Urach an. Bis zu seinem Ausscheiden im Jahr 2014 fungierte er dort als Mitglied des Verwaltungsausschusses, im Kindergartenausschuss Wittlingen oder im gemeinsamen Ausschuss der Verwaltungsgemeinschaft Bad Urach. Die Krönung seiner politischen Laufbahn folgte schließlich 1999, als er in Wittlingen zum Ortsvorsteher gewählt wurde und von da an bis 2014 die Geschicke von Bad Urachs größtem Ortsteil lenkte. Seit 2009 vertrat Konrad Hölz zudem die Belange Bad Urachs auch im Reutlinger Kreistag. Hölz war durch und durch Pragmatiker, eine Fähigkeit, die er als Fertigungsleiter bei einem großen Dettinger Unternehmen benötigte, die ihm aber auch in der Politik half, kritische Situationen schnell und realistisch einzuschätzen und Lösungswege zu suchen.

Während seiner Zeit als Ortsvorsteher gehörten der Erhalt des Kindergartens und der Grundschule sowie die Erschließung des Gewerbegebiets für mittelständische Unternehmen dabei zu seinen wichtigsten Errungenschaften. Ein wichtiges Anliegen war ihm die Integration von Wittlinger Neubürgern. Doch nicht nur in und für Wittlingen hat sich Konrad Hölz große Verdienste erworben, auch für die Gesamtstadt war er mit großem finanzpolitischem Gespür an vielen wegweisenden Entscheidungen und Weichenstellungen beteiligt. So hat er mit seinen Gemeinderatskollegen zum Beispiel die Entscheidung für das neue Kinderhaus Am Seele oder für das Haus des Tourismus getroffen. Ebenso waren die Neuvergabe der Stromkonzession und die Weiterentwicklung der Bad Uracher Stadtwerke Themen, die Konrad Hölz motivierten. Zudem sah er die Entwicklung der nördlichen Innenstadt und schließlich die Ansiedlung des Elsach-Centers als zentrale Aufgabe seines kommunalpolitischen Lebens. Auch bei einer der wohl wichtigsten Entscheidungen der letzten 20 Jahre war er maßgeblich beteiligt: dem Kauf des Thermalbades, sowie dessen komplette Renovierung und Wiedereröffnung als »Alb-Thermen« im Jahr 2007. Doch auch neben der Politik hatte Konrad Hölz eine Menge Interessen. Vor allem der TSV Wittlingen, dem er rund vier Jahrzehnte lang vorstand, wurde gewissermaßen zu einem wichtigen Lebensinhalt des fußballbegeisterten Kommunalpolitikers.

Der ehemalige Torwart war ein fairer und großer Sportsmann, der nicht nur regional, sondern auch überregional bekannt war. Der umtriebige Funktionär kam nicht umsonst zu seinem Spitznamen »Der Hoeneß von der Alb«. Anders als das bayerische Original war er stets ein untadeliger Politiker, Funktionär und Sportsmann. Seine Verdienste für den TSV sind unbestritten groß. Für sein kommunalpolitisches und gesellschaftliches Engagement wurde er mit der Landesehrennadel, 2005 mit der Silbernen Ehrennadel des Gemeindetages und 2009 mit dem Verdienstabzeichen des Städtetages ausgezeichnet. 2018 kam die Staufermedaille des Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg sowie die Bürgermedaille der Stadt Bad Urach hinzu. Beide Auszeichnungen konnte er wegen seiner Krankheit nicht mehr persönlich entgegennehmen.

Hybridbus fährt in Kurstadt. Weniger Spritverbrauch und dadurch weniger Emissionen: Der erste Stadtbus in Bad Urach fährt mit Hybridantrieb. Die ökologische Weichenstellung wurde jetzt vollzogen. Die Stadtwerke Bad Urach habe vor einigen Monaten den Stadtbusverkehr übernommen und mit der Firma Bottenschein Reisen GmbH aus Ehingen einen innovativen Verkehrsbetrieb als Partner gefunden. Vor kurzem präsentierte nun die Betreiberfirma einen weiteren Baustein im Bad Uracher Verkehrskonzept: Seit Mitte Oktober fährt ein neuer Hybridbus in Bad Urach. Die Energie, die in einer Art Batterie auf dem Dach zwischengespeichert wird, unterstützt mittels eines Elektromotors den Dieselmotor des Fahrzeugs beim Anfahren und bei Bergstrecken und sorgt für einen geringeren Spritverbrauch und für weniger Emissionen. Rund 250 000 Euro hat nach den Worten von Unternehmenschef Horst Bottenschein die Anschaffung des Busses das Unternehmen gekostet. In der Kurstadt sei ein neues Kapitel für den Antrieb von Stadtbussen aufgeschlagen worden, betonte Bottenschein. Auch die Vertreter der Stadtverwaltung und der Stadtwerke begrüßten die Neuanschaffung. Mit dem Hybrid-Bus mache man einen wichtigen Schritt hin zur E-Mobilität, sagte Bürgermeister Elmar Rebmann, der bei der Präsentation des Busses auf dem Marktplatz dabei war. Der Mercedes-Benz Citaro ist der erste Serien-Linienbus nach Abgasstufe Euro 6.                                                                                                                                                                                                                           –ber