Pavillons müssen weichen: Manchen Gymnasiasten wird etwas Wehmut beschleichen, wenn er liest, dass die 1966 gebauten Pavillons, in denen er einst als »Frischling« (Sexta, Quinta, Quarta) Englisch, Französisch oder Mathematik büffelte, nun abgerissen werden und einem Neubau weichen müssen. Dies beschloss der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Fakt ist, dass das Hauptgebäude des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums (DBG) und besonders die Pavillons mittlerweile stark sanierungsbedürftig sind. Die naturwissenschaftlichen Räume im Hauptgebäude sind seit ihrem Bau nur unwesentlich verändert worden, insofern entsprechen sie nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik und werden den Anforderungen der neuen pädagogischen Lernformen und Bildungsinhalte nicht mehr gerecht. Die Pavillongebäude waren nach dem Hagelunwetter 2013 stark beschädigt, sie wurden mit minimalem Aufwand saniert.

Insgesamt sind die Pavillongebäude in einem sehr schlechten baulichen Zustand. In dem Neubau anstelle der Pavillons soll ein naturwissenschaftlicher Trakt untergebracht werden. Dafür wurde ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben, der ab November des Jahres läuft. Bis 2022 soll der Neubau fertig sein. Die dortigen Räume könnten dann interimsweise auch als Klassenräume genutzt werden, wenn stockwerkweise das Hauptgebäude saniert wird. Der Neubau soll zudem der Entwicklung der Schülerzahlen Rechnung tragen. Das DBG wird von derzeit 1 000 Schülern auf etwa 1 200 wachsen, auch im Hinblick auf das veränderte Schulwahlverhalten der Eltern. Das Bonhoeffer-Gymnasium wird dann aber vorwiegend von Metzinger Schülern belegt sein, Schulplätze für die Schüler aus den Nachbargemeinden stehen dann nur noch eingeschränkt zur Verfügung. Pro Klassenstufe werden nur noch circa 25 Plätze von maximal 150 Plätzen (pro Jahrgang) auswärtigen Schülern angeboten werden können. Das entspräche einem Auswärtigenanteil von rund 17 Prozent, aktuell beträgt der Auswärtigenanteil am DBG etwa 41 Prozent.

Sicheres Metzingen: Nicht erst seit gestern versauen die Outlet-Besucher die Kriminalstatistik in der Sieben-Keltern-Stadt. 1 831 Delikte stehen zu Buche, während Bad Urach oder Münsingen auf jeweils 582 kommen. Das sechs Mal größere Reutlingen – nach der Einwohnerzahl – kommt auch nur auf 6 654 Straftatbestände im vorigen Jahr. Diese Zahlen legte der Leiter des Metzinger Polizeireviers Martin Wurz, bei der jüngsten Ratssitzung dem Gremium vor. Ohne die Diebstahlsdelikte im Outlet sinken die Zahlen auf »normale« 1 163. Besonders erfreulich sind die Zahlen bei den Wohnungseinbrüchen. Ganze zehn Mal im vergangenen Jahr versuchten Einbrecher in Wohnungen einzubrechen, dabei blieb es fünf Mal schon beim Versuch. Das ist laut Wurz die niedrigste Zahl seit zehn Jahren.

Er führt dies auf die neu gegründete Ermittlungsgruppe zurück, auf den Einsatz von Hundeführern und nächtliche Streifen in Wohngebieten. Angestiegen ist dagegen die Zahl der Anzeigen wegen sexueller Belästigung. Nach den Worten von Martin Wurz ist dies vor allem auf die höhere Sensibilität bei diesem Thema zurückzuführen. Auch die Tatsache, dass sexuelle Belästigung nun als Straftatbestand gewertet werde, habe sicherlich zu den höheren Fallzahlen beigetragen. Wurz warnte vor Telefonbetrügern. Immer häufiger suchten diese vor allem ältere Menschen als Opfer, in dem sie sich am Telefon als Polizisten ausgeben würden. Am Telefon werde dann psychologischer Druck aufgebaut und so die alten Menschen dazu veranlasst aus Sicherheitsgründen den vorbeikommenden Kriminalbeamten das Ersparte auszuhändigen.                                                                                                                                         -ber