Ermskanal wird tiefer gelegt. Die jüngsten Hochwasser in der Römerstraße sind den Anwohnern noch in bester Erinnerung. Innerhalb von wenigen Tagen trat der Ermskanal zwei Mal über die Ufer und das Hochwasser schoss die Römerstraße hinunter und füllte den Anwohnern die Keller. Nun soll Abhilfe geschaffen werden. Zunächst einmal wird der Kanal an drei Stellen bis zur Sohle ausgebaggert. Angefangen wird an der Brücke an der Römerstraße, tiefer gelegt wird der Kanal außerdem in der Mühlstraße und in der Reutlinger Straße. Zunächst einmal musste jedoch Konsens mit den Miteigentümern des Ermskanals hergestellt werden. Dies gelang relativ rasch. Ein Hochwassermanagement soll es nun richten. Durch ein Ingenieurbüro soll ein Gutachten erstellen, wie künftig mit Hochwassersituationen umzugehen ist. Mit im sprichwörtlichen Boot sind das Land und das Regierungspräsidium.

Momentan müssen noch Polizei und Feuerwehr steuern eingreifen, sollte die Hitzeperiode unwetterartige Regenfälle auslösen. Spätestens nächstes Jahr sollen die zwei Wehre am Freibad dann elektronisch gesteuert werden und verhindern, dass zuviel Wasser in den Ermsakanal fließt und stattdessen in das Ermsbett umgeleitet wird. Dafür nimmt die Stadt auch einiges an Geld in die Hand. Die Rede ist von einer sechsstelligen Summe. Zusätzlich werden mehrere kleine Bäche unter die Lupe genommen, die in der jüngsten Vergangenheit ebenfalls außer Kontrolle gerieten, wie der Buchbach. Um das Duderstadt-Gelände unterhalb der Römerstraße zu schützen, wurde dafür schon vor Jahren ein kleiner Staudamm gebaut, der aber nicht ausreichte, den Starkregen zu stoppen. Allen Optimisten, die glauben damit alle Gefahren zu bannen, erteilte Oberbürgermeister Ulrich Fiedler eine Absage: »Einen hundertprozentigen Schutz gibt es nicht.«

Ja zur »Grünen Lunge«. Ein klares Votum gab vorige Woche der Dettinger Gemeinderat zum Erhalt von Gärten als so genannte »Grüne Lungen« ab. Nachdem an vielen Stellen im Ortskern verdichtetes Bauen möglich ist oder bereits realisiert wurde, sollen im Gegenzug einige vorhandene Gärten im rückwärtigen Grundstücksbereich als »Grüne Lungen« geschützt und erhalten werden. Positive klimatische Auswirkungen sowie der Gesundheitsschutz der Bevölkerung sprechen laut Verwaltung dafür. Auf der Suche nach sachgerechten und einheitlichen Kriterien zur Abgrenzung der »Grünen Lungen« war von der Verwaltung und dem Planungsbüro zunächst der gesetzliche Grenzabstand von 2,5 Metern zu bestehenden Hauptgebäuden vorgeschlagen worden. Im Rahmen der Vorberatung im Technischen Ausschuss wurde dieser Abstand sogar auf fünf Meter verdoppelt und so dem Gemeinderat vorgeschlagen. Hintergrund war der, dass man den Grundstückseigentümern noch eine Erweiterungsmöglichkeit ihrer Hauptgebäude im rückwärtigen Bereich erhalten wollte. Ebenso wurde bei der Grenzziehung versucht, bestehende Nebengebäude wie Gerätehütten oder Garagen zu berücksichtigen beziehungsweise ausreichend Platz für einen Ersatzbau zu lassen, sofern ein bestandsgeschütztes Nebengebäude einmal entfallen sollte. Der Gemeinderat war einverstanden und stimmte dem Bebauungsplanentwurf einstimmig zu.                                                                                                                                                                                  –ber