Musical am Donnerstag und Freitag. Nach den hinreißenden Aufführungen des Musicals „Robin Hood“ im Jahr 2016 hat sich der Metzinger Kelternplatz dieser Tage wieder in eine Open-Air-Bühne verwandelt, auf der dieses Mal die Musicaladaption des bekannten Hollywoodfilms „The Wedding Singer“ spielt. Wieder eine klassische Liebesgeschichte, aber aus den 80ern – im Zentrum Robbie und Julia. Er ist Sänger einer Hochzeitband, sie Kellnerin. Beide stecken fest in Partnerschaften, die ihre Sehnsucht nach einer erfüllten Liebe nicht befriedigen können. Zunehmend erkennen sie, dass Geld und Abhängigkeit nicht das sind, wonach sie streben. Zwei hoffnungslos romantische Charaktere in einer Welt, die unter dem Einfluss der Wall Street zunehmend materialistisch und berechnend wird. Wie fühlt sich das an, was man „Liebe“ nennt? Ist Liebe wirklich so romantisch, wie sie Film und Musik zeigen? Ist man nur glücklich, wenn man liebt? Und welche Rolle spielt das Geld? Diese zeitlosen Fragen stehen im Zentrum dieses ungemein temporeichen und vor Lebendigkeit strotzenden Musicals mit eingängigen Balladen und rockig-poppigen Nummern im Stil der 80er Jahre. Am Samstag, 20. Juli, war die gelungene Premiere. Weitere Termine sind am heutigen Donnerstag, 25. Juli, 20 Uhr und am morgigen Freitag, 26. Juli, 20 Uhr. Ein Regen-Ersatztermin ist für Samstag, 27. Juli, 20 Uhr eingeplant. Der Preis an der Abendkasse beträgt 28 /18 Euro. Darin ist ein Regencape bei Bedarf enthalten.

Karl Schäfer geehrt. Wenn jemand in Neuhausen die Bürgermedaille der Stadt Metzingen verdient hat, dann Karl Schäfer. Seine Lebensleistung spricht Bände: 40 Jahre saß er im Ortschaftsrat der Teilgemeinde, 13 Jahre gehörte er dem Stadtrat an. Ob beim Kelternverein, bei der Weingärtnergenossenschaft, im Liederkranz oder im Ortschafts- und Gemeinderat wurde auf seine Stimme gehört. So gesehen prasselte bei der Verleihung der Bürgermedaille im Neuhäuser Bindhof eine Menge Lob auf Karl Schäfer nieder, ob von Seiten des Oberbürgermeisters Ulrich Fiedler oder der früheren Ortsvorsteherin Lilly Reusch. Seine Kenntnisse in der Landwirtschaft habe Schäfer mit dem Talent eines Brückenbauers verknüpft, betonte Fiedler in seiner Laudatio. Ein Wesensmerkmal Schäfers sei stets dessen jederzeit sachliche, ausgleichende Art und sein vorbildliches Verständnis für Demokratie. Unzählige Kompromisse habe er eingefädelt, zahlreiche Vermittlungs- und Informationstermine initiiert. Dabei sei es ihm nie um sich selbst gegangen, sondern immer um die Sache, wie Ulrich Fiedler erzählte, „eine gut funktionierende Landwirtschaft, eine gepflegte Kulturlandschaft und den Erhalt von jahrhundertealten Traditionen“. „Ehrenamt in Perfektion“ sei das, was Schäfer in all den Jahrzehnten geleistet habe, ohne viel Aufhebens davon zu machen. „Sie haben die Ehrung mehr als verdient, ich ziehe den Hut“, endete die Ansprache des Oberbürgermeisters. Schäfer betonte wie überrascht er gewesen war, als er von der Ehrung erfuhr. Gefreut habe er sich sehr darüber. In seiner Dankesrede vergaß er nicht seine Frau Helga zu erwähnen, die ihm in all den Jahren den Rücken freigehalten habe und so manche Stunde auf ihn verzichten musste.

SPD verliert Sitz im Gemeinderat. Bei den Kommunalwahlen wurde die Metzinger SPD vom Wähler schon deutlich geschrumpft und kam nur noch auf zwei Sitze im Gremium: Ulrike Sippli und Michael Breuer. Jetzt folgte für die Sozialdemokraten der nächste Schock. Wie bei der jüngsten Sitzung bekannt wurde, hat Michael Breuer erklärt, dass er nicht mehr der SPD angehöre. Er werde künftig als parteiloses Ratsmitglied bei der Stadtentwicklung mitwirken. Gründe für diese Entscheidung wurden bislang nicht genannt. Breuer rückte im September 2017 für Jürgen Fromhold in das Ratsgremium nach und wurde jetzt wiedergewählt.

Krohmer im Ruhestand. Solche Lebensläufe gibt es nur noch selten: Dass jemand Zeit seines Lebens dem gleichen Arbeitgeber die Treue hält. 17 Jahre war Jochen Krohmer alt, als er sich beim damaligen Hauptamtsleiter Ernst Haule vorstellte. Einem anderen, früheren Urgestein der Metzinger Verwaltung. Nun wurde er bei der jüngsten Gemeinderatssitzung offiziell von Oberbürgermeister Ulrich Fiedler in den Ruhestand verabschiedet und ist ebenfalls zum Urgestein geworden. 46 Jahre hat der 63-Jährige in den verschiedensten Positionen der Stadt gedient und ihr stets die Treue gehalten. Er kennt nicht nur halb Metzingen und vermutlich jede Ecke des alten oder neuen Rathauses, sondern zeichnete sich all die Jahrzehnte als umtriebiger Macher aus. Ob im Liegenschaftsamt, dem Sozialamt, in der Bauverwaltung oder als Wirtschafts- und Tourismusförderer: Krohmer mischte mit. Die letzten Jahre agierte er als Geschäftsführer der Metzingen Marketing und Tourismus GmbH (MMT). Laut OB Fiedler ist die Outletcity in dieser Form ohne ihn nicht denkbar. Der Spagat war groß, den er zu leisten hatte: Einerseits die Förderung der Outletcity, zum anderen den heimischen Geschäftsleuten nicht die Existenzgrundlage zu entziehen. Sein Engagement bei der Stadt endet aber mit dem Erreichen des 63. Lebensjahrs nicht ganz. Noch bis zur Rückkehr seiner Nachfolgerin Meike Hespeler aus der Elternzeit wird er noch in Teilzeit mitmischen. Was danach kommt, ließ Krohmer offen.