40 Jahre Seniorentreff. In einer Zeit, in der die Alterspyramide längst gekippt ist, zeigt sich, wie vorausschauend in Bad Urach gehandelt wird. Denn das Jubiläum, das dort gefeiert wurde, ist nicht alltäglich. Seinen Sitz hat er im alten Oberamt in der Kurstadt. Seit 1977 finden die Besucher dort Gelegenheit, untereinander ins Gespräch zu kommen, sich an frühere Zeiten zu erinnern, zu spielen, zu singen aber auch zu feiern. Aus diesem Anlass wurde vorige Woche ein Fest gefeiert. Bürgermeister Elmar Rebmann betonte in seiner Laudatio auf 40 Jahre Seniorentreff, dass dies ein Angebot sei, das an allen fünf Nachmittagen der Woche geöffnet habe. »Ich kenne keine Stadt, in der es so etwas gibt«, zeigte er sich beeindruckt.

Etwas ganz besonderes sei auch, dass der Seniorentreff durchweg von 16 ehrenamtlich engagierten Frauen betrieben werde. Denn nur so sei es möglich diese tolle Einrichtung über so einen langen Zeitraum am Leben zu erhalten. Als kleines Dankeschön übergab Rebmann jeder ehrenamtlichen Helferin eine Blume. Unterstützt werden die Damen zudem von Carola Walter, die die Organisation der Einrichtung im Auftrag der Stadtverwaltung vornimmt. Doris Heinz, Leiterin des Seniorentreffs, appellierte an alle älteren Bad Uracher das Angebot des Seniorentreffs zu nutzen und einfach mal vorbeizuschauen. Sie betonte, dass es sich beim Seniorentreff um keine rückwärtsgewandte Versammlung handle, die immer nur sage, dass »früher alles besser war«. Vielmehr werde bei den Treffen oft über Politik und gesellschaftliche Entwicklungen diskutiert. Der Seniorentreff hat täglich von 14.30 bis 17.30 Uhr geöffnet und bietet neben Kaffee und Kuchen regelmäßig Vorträge, Gymnastikangebote sowie Frühlings-, Maibowlen-, oder Oktoberfeste.


»Hillert for President«. In Anlehnung an Wahlkampfslogans aus dem vorigen Jahr in USA ist diese Parole gedacht. Das Ganze allerdings eine Nummer kleiner. Und die Erfolgsaussichten sind deutlich besser. Wir reden hier nämlich nicht von Hillary Clinton, sondern von Michael Hillert und es geht nicht ums Präsidentenamt, sondern den Bürgermeisterposten von Dettingen. Aber ein Statement, das sich hören lässt: »Ich bin gesund, ich traue mir das zu.« Damit geht der 57-Jährige frühzeitig in die Offensive und setzt für alle möglichen Kontrahenten, die vielleicht noch kommen werden ein Zeichen. 2010 bei seiner ersten Wiederwahl waren es nicht wenige, die gegen den ehemaligen Hechinger antraten. Fast zweistellig war die Zahl der Gegenkandidaten. Doch er schmetterte sie alle ab. Mit 60,37 Prozent wurde er damals im Amt bestätigt und erreichte auf Anhieb die absolute Mehrheit. Den Dettingern blieb ein zweiter Urnengang erspart.

Hillert, der für viele Dettinger nicht immer ein bequemer Bürgermeister war und ist, hat in seinen 16 Amtsjahren Einiges bewegt. Vom Neubau der Schillerhalle über die Ausweisung des Gewerbegebiets Vogelsangs, verschiedene neue Wohngebiete und jetzt den laufenden Umbau der Schillerschule – mit 15 Millionen Euro ein großer Brocken. Größten Respekt hat ihm, nach zunächst einigen Widerständen in der Gemeinde, die Vorreiterrolle bei der Aufnahme von Asylbewerbern eingebracht. Dettingen stellte die ersten Container im Ermstal auf und organisierte Unterstützung aus der Gemeinde zur Integration der Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan oder von anderswo. Mit einer dritten Amtszeit wäre Hillert nach acht Jahren 65 Jahre alt. Luft bliebe somit selbst für eine vierte Kandidatur, da Bürgermeister in Baden-Württemberg bis zum Alter von 73 Jahren im Amt bleiben dürfen. Gewählt werden soll am Sonntag, 4. März, 2018. Eine Stichwahl wäre drei Wochen später am 25. März des nächsten Jahres. Bewerben kann man sich noch bis zum 5. Februar 2018.


Breuer als vierter Ersatz. Vor der Sommerpause wurde bekannt, dass der SPD-Gemeinderat Jürgen Fromhold aus gesundheitlichen Gründen sein Amt als Stadtrat in Metzingen nicht weiter ausüben möchte. Fromhold war über zehn Jahre ehrenamtlich tätig. Am heutigen Donnerstag wird nun sein Nachfolger gewählt. Dies stellt sich aber in diesem Falle nicht ganz einfach dar, denn nachgerückt wird nach der Stimmenzahl, die derjenige auf der Liste der Partei erzielt hat. Patrick Maisch (1.696 Stimmen) wäre dies eigentlich gewesen. Da Maisch zwischenzeitlich aber nicht mehr in Metzingen mit Hauptwohnsitz gemeldet ist, kann er nicht in das Gremium nachrücken, somit kommt die nächste Ersatzperson zum Zuge. Nach Maisch wäre dies Annette Schneider (1.052 Stimmen). Sie will jedoch aus beruflichen Gründen nicht antreten.

Michael Giehrl wäre laut Wahlvorschlag der SPD Nummer drei, der in Frage käme. Giehrl möchte aber aufgrund seines Alters (73) auch nicht. Dies wurde genehmigt, denn wer älter als 62 Jahre alt ist kann ein Ehrenamt ablehnen. Somit ist Michael Breuer, der nach Giehrl die meisten Stimmen (834) errungen hat, die Nummer vier. Breuer ist legitimer Ersatzkandidat und rückt am Donnerstag in den Gemeinderat nach, sofern das Gremium ihn wählt, wovon auszugehen ist. Breuer, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Der gelernte Kaufmann ist bereits im Ruhestand und engagiert sich privat in der Metzinger Tafel und im Kinderschutzbund. Der Handballfan (sein Sohn spielte lange Jahre für den TV Neuhausen) kandidierte im Jahr 2014 auf der SPD-Liste und gab an, sich für Soziales, Kindergärten und Sport einsetzen zu wollen.