Walter Euchner tot. Er was das Urgestein im Ehrenamt der Metzinger Leichtathletik. Jahrzehntelang stand Walter Euchner an der Spitze der Abteilung. Nun ist er vorige Woche nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 92 Jahren verstorben. Sein Funktionärsleben für den Sport, besonders für die Leichtathletik, war von außergewöhnlicher Ausdauer geprägt: Mehr als 60 Jahre Abteilungsleiter der Leichtathleten im TuS Metzingen (1951-2012), von 1951 bis 1996 bekleidete er das Amt des Bezirks- und Kreisvorsitzenden (1952 bis 1996) mit zeitweise mehreren verschiedenen Funktionen als Sportwart (1954-1955) Pressewart (1961-1996) und Gesamtstatistiker (1952-1996). In diesen Jahren der »vordigitalen Zeit«, sorgte sein akribisches Organisationsvermögen für hervorragend organisierte und durchgeführte Wettkämpfe und eine gut funktionierende Arbeit in den Gremien des Kreises und des Bezirks Achalm (heute Region Achalm).

Bis zuletzt war Walter Euchner auf Wettkämpfen als Zuschauer zu sehen und ein geschätzter, weil an der Entwicklung der Leichtathletik immer noch interessierter, Gesprächspartner, sowie ein Zeitzeuge der Geschichte der regionalen Leichtathletik. 2013 wurde er mit der Metzinger Bürgermedaille ausgezeichnet. Metzingens Oberbürgermeister Ulrich Fiedler betonte in seiner damaligen Laudatio: »Bei Walter Euchner war es so, dass das, was er in die Hand nahm, tatsächlich auch funktioniert hat.« Und dabei habe er das Funktionärswesen immer auch mit dem Blick des Sportlers betrieben und stets die Belange der ‚Sportfamilie’ statt den strikten Maximen ‚Schneller, höher, weiter’ im besonderen Fokus gehabt. Walter Euchner ist seit 1997 Ehrenvorsitzender des Leichtathletikkreises Reutlingen und seit 1998 Ehrenmitglied im Württembergischen Leichtathletik-Verband. Sein unvergessliches Wirken wurde mit zahlreichen weiteren Auszeichnungen gewürdigt. Am vergangenen Donnerstag wurde er unter großer Anteilnahme der Bevölkerung auf dem Mühlwiesenfriedhof zu Grabe getragen.

Einstand nach Maß. Die Unken haben vom letzten Aufgebot gesprochen, das der VfB Stuttgart in Sachen Trainer aus dem Hut zauberte. Sportchef Thomas Hitzlsperger benannte Nico Willig zum neuen Cheftrainer. Als Sideman für die Coaching-Zone assisiert Willig der in Dettingen lebende Francisco Paz. Der gebürtige Spanier, von allen nur Paco genannt, war erst Junioren- und dann Cheftrainer bei den Stuttgarter Kickers. Bei den Blauen trat er im April 2018 kurz vor einem Spiel zurück. Auch in der Jugendabteilung des VfB war er zuvor schon Trainer gewesen. Der 45-Jährige ist in Dettingen aufgewachsen, hat als Maschinenbaumechaniker gearbeitet. Seine eigene Kickerkarriere begann beim TSV Dettingen, spielte in Metzingen und Kirchheim. Vaz war lange Zeit Spielertrainer des FV Bad Urach, trainierte in Grafenberg, Zainingen und Erkenbrechtsweiler. 2015 kam er dann zu den Kickers, wo er die U 17 Jugend trainierte. Nun ist »Paco« Vaz im Profigeschäft gelandet. Und am Samstagabend gelang dem neuen Trainerteam des VfB Stuttgart gleich ein Sieg mit 1:0 über die Borussen aus Mönchengladbach. So kann es weitergehen, auch wenn in den verbleibenden drei Begegnungen der Fokus auf dem Erhalt des Relegationsplatzes liegen wird. Gelänge im Entscheidungsspiel gegen den Drittplatzierten der zweiten Liga der Klassenerhalt, ist gut vorstellbar, dass Willig und Paz noch länger an der Seitenlinie im Mercedes-Benz-Stadion stehen.

Intermezzo. Jahrzehntelang war in der Stuttgarter Straße 54 in Metzingen das Textilunternehmen Charles Vögele beheimatet. Im vorigen Jahr wurde die ehemalige Charles Vögele Filiale im so genannten Ermscenter übernommen und in das Ladenkonzept Miller & Monroe umgewandelt. Dahinter steckt für Deutschland die Vidrea Deutschland Gmbh mit Sitz in Sigmaringen. Sie wiederum gehört zum niederländischen Unternehmen Victory & Dreams Holding, das in den vergangenen Jahren mehrere ehemalige Filialen der insolventen Schweizer Bekleidungskette Charles Vögele in den Niederlanden, Deutschland und zuletzt Österreich aufgekauft hatte und unter dem Namen Miller & Monroe eröffnete. Miller & Monroe erwarb 200 deutsche Filialen von Charles Vögele. Nun ist es bereits wieder vorbei mit Miller & Monroe - zumindest in Metzingen. Die deutsche Muttergesellschaft hinter der Bekleidungskette Miller & Monroe meldet Insolvenz an, weil sie die Forderungen der Gläubiger gegenüber dem Vorgängerunternehmen Charles Vögele nicht begleichen wolle, sagte ein Sprecher des Eigentümers Victory & Dreams Holding aus dem niederländischen Breukelen.

Das Amtsgericht Hechingen hat den Stuttgarter Rechtsanwalt Jochen Sedlitz zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Der Gemeinderat beschäftigt sich in seiner Sitzung heute am 2. Mai mit einer Neuausrichtung in dem Gebäude. Es biete sich die Chance, diesen Standort für die Grund- und Nahversorgungssituation in Metzingen besser zu nutzen. Gerade im Sortiment Drogeriewaren sieht die Verwaltung in Metzingen Versorgungsdefizite. Dies belegten Untersuchungen des Regionalverbandes Neckar Alb im Rahmen des regionalen Zentren- und Märktekonzepts. Um die Versorgungssituation in Metzingen zu verbessern, bietet es sich aus stadtplanerischer Sicht an, an dieser Stelle zukünftig auch das Sortiment Drogeriewaren zuzulassen. Dafür soll der Bebauungsplan geringfügig geändert werden. Wie bekannt wurde, hat bereits ein namhafter Drogeriemarkt sein Interesse bekundet.                                                                                                                                                                     –ber