Malteser im Container. Noch vor kurzem war der Container, der den Eindruck vermittelte, als würde der Malteser Hilfsdienst eine Werbekampagne starten auf dem Areal der Motorworld (früher Henning) und der OMV-Tankstelle zu sehen. Zwei junge Leute reckten dort auf einem Plakat den Daumen nach oben. In Wahrheit handelte es sich um die beklebte Seitenwand eines Stahlcontainers. Nun ist das Provisorium einem zweiten gewichen, allerdings an einem anderen Ort. Sieben dieser Container stehen mittlerweile im Gewerbegebiet Katzensteig auf dem Gelände der Kieswerke Koch. Der Geschäftsführer des Rettungsdienstbezirkes Reutlingen-Esslingen, Marc Lippe, ist jedoch froh über die Größe und den augenblicklichen Standort. Schließlich handelt es sich seinen Worten zufolge nun um eine richtige Rettungswache. Geplant ist längerfristig ein festes Gebäude. Derzeit befinde man sich in Gesprächen mit der Stadt Metzingen und mit Investoren. Die Option zusammen mit der Feuerwehr und dem Bauhof in das neue Gebäude auf Braike-Wangen einzuziehen, war nicht wirklich gegeben, da die Malteser relativ zeitnah eine Lösung suchen und nicht erst in vier Jahren, wenn das neue Feuerwehrzentrum fertig sein soll. Die Kosten für den Metzinger Standort beziffert Lippe mit rund einer Million Euro. Die Malteser sind im Bezirk Neckar-Alb an sieben Standorten im Rettungsdienst aktiv. Mit über 200 Mitarbeitern, drei Notfalleinsatzfahrzeugen (NEF), zehn Rettungstransportwagen (RTW) und sechs Krankentransportfahrzeugen (KTW) wickeln die Malteser jährlich über 20 000 Notfalleinsätze und zirka 10 000 Krankentransporte ab. Am neuen Standort in Metzingen werden künftig ein RTW und zwei KTW stationiert. Wichtig für den Rettungsdienst ist es, schnell in alle möglichen Richtungen wegzukommen, sagt Lippe.

Nachtwanderer gesucht. Verstärkung suchen die Metzinger Nachtwanderer, die ehrenamtlich Freitag- und Samstagabend in kleinen Gruppen in der Stadt unterwegs sind. Die Nachtwanderer sind seit Juli 2011 abends und nachts unterwegs, um mit den Jugendlichen ins Gespräch zu kommen. Bisher sind die Aktiven vorrangig in den Sommermonaten im nächtlichen Metzingen unterwegs, um mit den Jugendlichen an deren Treffpunkten in Kontakt zu kommen - etwa am Kelternplatz oder auf Supermarktparkplätzen. Als Fachkräfte begleiten die Streetworker Patrick Differt und Katharina Huber von der Mobilen Jugendberatung (MJB) die Nachtwanderer und unterstützen sie bei der Organisation und bieten Fortbildungen an. Aktive Nachtwanderer der ersten Stunde sind Jochen Kalweit, Claus Conzatti, Angelika Brauner und Gertrud Kleineikenscheidt. Die Nachtwanderer möchten hinschauen, daher wurde die Konzeption in Kooperation mit dem Arbeitskreis »Metzingen schaut hin« entwickelt. In zahlreichen anderen deutschen Städten läuft das Nachtwanderer-Projekt ebenfalls bereits seit vielen Jahren mit Erfolg. Die Atmosphäre in den Städten habe sich merklich verändert, wird aus den kooperierenden Nachtwanderer-Gruppen erzählt. »Wir wollen, dass die Jugendlichen gut durch die Nacht kommen«, sind sich die Metzinger Nachtwanderer einig. Wir Nachtwanderer haben festgestellt, dass fast alle Jugendlichen offen und gesprächsbereit sind. Dies liegt in erster Linie an der Arbeitshaltung der Nachtwanderer, die davon geprägt ist, dass man Jugendliche so akzeptiert wie sie sind und ihnen stets auf Augenhöhe begegnet. »Wir respektieren ihre Lebenswelt«, sagt so auch Claus Conzatti. Eine wichtige Grundlage der Arbeit, die so auch in den Statuten der Nachtwanderer festgelegt ist.

Wer mitmachen will, kann sich bei der Mobilen Jugendberatung, Telefon: 07123 / 41575 oder unter E-Mail: mjb-metzingen@hilfezurselbshilfe.org melden. Die Nachtwanderer sind noch bis Ende September unterwegs.                                                  –ber