Riederich investiert. Es sieht gut aus in der Finanzkasse der Ermsgemeinde. Bürgermeister Tobias Prokop stellte jüngst den Haushaltsplan 2019 vor. Anders als in 2018 als ein Minus von rund 600 000 Euro zu verzeichnen war, sieht der Plan für 2019 ein Plus von knapp 50 000 Euro vor. Die Gründe für die bessere Finanzlage sind vielfältig. Zunächst sinkt die Umlage, die an das Land zu bezahlen ist um 450 000 Euro. Gleichzeitig steigen die Zuweisungen um eine halbe Million Euro auf 1,5 Millionen Euro. Auch der Anteil der der Kommune an der Einkommenssteuer verbleibt, erhöht sich. So ist die Kommune in der Lage in diesem Jahr in verschiedene Projekte zu investieren. Rund 5,6 Millionen Euro nimmt die Verwaltung in die Hand. Profieren werden davon unter anderem die Jüngsten. In der Gutenbergschule wird der Fachklassentrakt zu einer Schulmensa umgebaut.

Wieder eröffnet wird der Riedericher Jugendtreff und bei der Ü3-Kinderbetreuung folgt eine familienfreundliche Neuordnung wie Bürgermeister Prokop betonte. Passieren wird endlich auch etwas auf dem lange ungenutzten Baldauf-Areal. Laut Prokop ist der Baggerbiss nicht mehr fern. Der Kämmerer Manuel Beck hat 950 000 Euro in den Haushalt eingestellt, der erste Schritt für den Bau einer Begegnungsstätte, Tiger-Gruppe, Arztpraxis und fünf betreuten Wohnungen. Zusätzlich wird Geld in die Hand genommen, um das Blockheizkraftwerk im Rathaus auszutauschen und die Büros im Obergeschoss zu klimatisieren. Stolz berichtete Prokop, dass es gelungen sei, trotz der Vielzahl der Projekte alles ohne Kreditaufnahmen zu finanzieren. Die Liquidität habe zum Jahresende 2018 bei rund 525 000 Euro gelegen. Nun ist es an den Gemeinderatsfraktionen zu beraten, welche Wünsche sich gerne noch in den Haushalt aufgenommen haben wollen. Über diese Anträge wird dann in der Sitzung am 8. Mai diskutiert und der Haushalt aller Voraussicht nach auch vom Gremium verabschiedet.

Mehr Geld für Gemeinderäte. Die ehrenamtlich tätigen Ratsmitglieder in Metzingen erhalten - sofern das Gremium am heutigen Donnerstagabend zustimmt - mit Wirkung zum 1. Mai dieses Jahres mehr Geld. Die Grundpauschale soll von 75 auf 100 Euro erhöht werden, die Fraktionsvorsitzenden erhalten eine um 25 Euro erhöhte Aufwandsentschädigung (75 Euro statt 75 Euro). Begründet wird die Erhöhung mit dem gestiegenen Aufwand, den die Gemeinderäte betreiben müssen. Und mit dem Hinweis, dass seit dem Jahr 2016 die Sitzungsgelder gleich geblieben sind. Die Entschädigung der Gemeinderäte basiert auf zwei Faktoren. Der sogenannten Grundpauschale und dem eigentlichen Sitzungsgeld. Die Grundpauschale wird nach Gesetzgebung als pauschaler Auslagenersatz, für einen etwaigen entgangenen Arbeitsverdienst während Gremienveranstaltungen sowie für »sonstige« Verrichtungen und die Wahrnehmung von repräsentativen Veranstaltungen vergütet.

Hierunter fallen auch öffentliche Veranstaltungen (wie etwa Infoveranstaltungen oder Ähnliche). Die Anzahl dieser Termine ist in Metzingen überdurchschnittlich hoch. Die Sitzungsgelder werden nach zeitlichem Aufwand je Sitzung vergütet. Demnach ist hierin bereits eine variable Orientierung an der Anzahl von regulären Sitzungsveranstaltungen und deren Länge in der Entschädigung beinhaltet. In vielen lenkenden oder beratenden Arbeitskreisen (beispielsweise Wettbewerbe bei größeren Baumaßnahmen) werden die Gemeinderatsfraktionen oft von ihren Fraktionsvorsitzenden vertreten. Hierdurch hat sich auch deren Aufwand in den vergangenen Jahren nochmals merklich erhöht. Hierbei ist laut Verwaltung nicht nur eine inhaltliche Vorbereitung und persönliche Anwesenheit notwendig, sondern mittlerweile auch eine sehr hohe zeitliche Flexibilität gefragt, da der Terminvorlauf wegen der vielen Themen und Projekte oftmals sehr kurz ist. Insgesamt belastet die Erhöhung den Gemeindehaushalt mit rund 33 000 Euro für die Jahre 2019 bis 2022.                     –ber