REUTLINGEN. Mehr Kultur auf die Straßen Reutlingens zu bringen – dafür haben im Rahmen des Fanprojekts »Käpsele gesucht« 585 Menschen gestimmt. Das geschieht nun in Form eines Pianos, dass sich regelmäßig auf Reutlingens Plätzen herumtreibt und bespielt werden darf. Ins Leben gerufen wurde das »Street Piano« vom Netzwerk Kultur Reutlingen e.V., welches schon seit 2007 die Kultur-Nacht in der Achalmstadt organisiert. Ihr Vorschlag belegte Platz Drei und los geht’s schon diesen Sommer. »Freue mich ganz besonders, dass die ersten Käpsele an den Start gehen«, so Reutlingens Oberbürgermeister Thomas Keck während einer ersten Demonstration des »urbanen« Instruments in der Eingangshalle des Reutlinger Rathauses.

Spiel mit mir!
Seine offizielle Premiere hatte das Piano am 8. Juni. Clemens Wittel, Musiker und Präsident des Jazzclubs »In der Mitte haute in die Tasten des Straßenklaviers. An allen darauffolgenden Samstagen wird das Piano an belebten Orten, wie etwa vor der Kreissparkasse oder beim Spitalhof, zu sehen und zu hören sein – so ungefähr zwischen 10 und 14 Uhr. Temperaturunterschiede und kleinere Erschütterungen machen dem hochwertigen Instrument zwar nichts aus – dafür wird es aber ungern im Regen stehen gelassen. Dementsprechend wird sich das Klavier nur bei schönem Wetter auf die Straße wagen. Und nicht nur bekannte Musiker wie Clemens Wittel und Lydia Gleim, Dozentin der Musikschule Reutlingen, sind eingeladen, in die Tasten zu greifen. »Nicht nur Künstler sollen das Instrument spielen, sondern auch die Bürger selbst«, so die Hoffnung von Gerhard Loew, Erster Vorsitzender des Netzwerk Kultur Reutlingen e.V. Für einige dürfte das Piano selbst kein Unbekanntes sein – denn früher hat es bereits im Kamino zu Stummfilmen aufgespielt, um somit alte, ehrwürdige Filmperlen zu vertonen. Neben seinen Auftritten auf der Straße wird es auch bei der Reutlinger Kulturnacht am 21. September zum Einsatz kommen. Bis dahin wird es sich wohl mittlerweile in die Herzen und Ohren der Reutlinger gespielt haben.